Detail



Entwicklung der Kinderkliniken - Qualität sichern!

30.06.2020

Die DGKJ formuliert politische Forderungen zur Sicherstellung der Krankenhausversorgung für Kinder.

Die Finanzierung durch das Fallpauschalensystem kann die Leistungen der Pädiatrie nicht angemessen auffangen. Dies führt - trotz langjähriger Bemühungen, das DRG-System anzupassen - insbesondere im Bereich der komplex und chronisch kranken Kinder nachgewiesenermaßen zur Unterfinanzierung. Dadurch wird es immer häufiger zu Versorgungsengpässen und daraus folgenden Aufnahmesperren kommen. Die qualitative stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen kann nur durch entsprechende Anpassungen in der Finanzierung durch Bund und Länder langfristig gesichert werden. Die DGKJ fordert daher

 

• einen Zuschlag Kindergesundheit bei der Klinikfinanzierung  

• zusätzlich

– einen Sicherstellungszuschlag für Abteilungen für Kinder- und Jugendmedizin in strukturschwachen Gebieten

– einen Maximalversorger-Zuschlag bzw. Anerkennung der Versorgung von komplex und chronisch kranken Kindern (z.T. Extremkostenfälle) als Besonderheit im DRG-System

• die Vergütung von teilstationären Leistungen

• die flächendeckende Etablierung Pädiatrischer Institutsambulanzen mit Bestandssicherung, ähnlich wie die bereits im SGB V definierten geriatrischen Institutsambulanzen (GIA), um aufwändige diagnostische oder therapeutische Verfahren kostendeckend umzusetzen.

• keine Abschläge bei Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer; an die Pädiatrie adaptierte Prüfkriterien bei Fehlbelegungsprüfungen durch den Medizinischen Dienst

• Maßnahmen zur Erhaltung des Berufsbildes der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege z.B. durch eine Aufforderung der Landesregierungen an alle Pflegeschulen, die Spezialisierung zur/m Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in gem. §§ 58 ff. PflBG weiterhin anzubieten und die Zahl der bisher bestehenden Ausbildungsplätze um mindestens 30% zu erhöhen. Darüber hinaus bedarf es einer eindeutigen Kommunikation in Form einer öffentlichen Kampagne, dass die Ausbildung zum/r Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in weiterhin möglich ist, um die Verunsicherung der potentiellen Bewerber/-innen zu beenden.

• keine Benachteiligung der Pädiatrie durch Ausgliederung der Pflegekosten aus dem DRG-System bei immanentem Pflegemangel (ca. 20 nicht besetzte Pflegestellen entsprechen einem Verlust für die Kinderklinik in Höhe von ca. 1 Mio Euro).

Nähere Informationen zur Finanzierung der Kinderkliniken finden Sie in unseren FAQs.

Weitere politische Forderungen der DGKJ finden Sie im Positionspapier

Zurück