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Ernährungspolitischer Bericht des Ernährungsministeriums

03.06.2020

Die DGKJ unterstützt den europäischen Ansatz des BMEL.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat den ernährungspolitischen Bericht für Deutschland vorgelegt. Er stellt für den Zeitraum Juni 2016 bis März 2020 die Maßnahmen und Ziele der Bundesregierung bei Ernährung und gesundheitlichem Verbraucherschutz dar. 

Die DGKJ begrüßt dabei insbesondere die Stärkung der Ernährungskompetenz durch die Gründung des Forschungsinstituts für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut (MRI) im letzten Jahr. Am Forschungsinstitut steht die Erforschung von Risikofaktoren, die bereits in der Schwangerschaft und frühen Kindheit eine Rolle bei der Entstehung von Übergewicht spielen können im Fokus. 

Auch die erfreulicherweise bereits beschlossene Verordnung zum Verbot von Zucker- und Süßungszusatz in Tees für Babys und Kleinkinder hat die DGKJ im Vorfeld unterstützt. Die Verordnung ist Teil der Maßnahmen zur Umsetzung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz (NRI), die die DGKJ durch Mitwirkung in Fachgremien beim BMEL aktiv mit Expertise unterstützt. 

Im Bereich der Nährwertkennzeichnung von Fertigprodukten durch den NutriScore begrüßt die DGKJ den gesamteuropäischen Ansatz der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner, wenngleich wir die freiwillige Selbstverpflichtung für die Lebensmittelindustrie weiter sehr kritisch betrachten. 

Ein weiteres ernährungspolitisches Anliegen der kinder- und jugendmedizinischen Verbände ist die Etablierung einer einheitlichen, auch EU-weiten Werbebeschränkung für Säuglingsanfangs- UND Folgenahrungen. Derzeit ist diese Werbebeschränkung nur für Säuglingsanfangnahrungen geltend.

Die DGKJ fordert außerdem seit langem die tatsächliche Umsetzung und Überwachung des im europäischen und deutschen Recht bereits vorgesehenen Verbotes der idealisierenden Werbung von Säuglingsnahrungen. Verstöße gegen dieses Verbot werden allerdings noch immer von Deutschland als EU-Mitglied ignoriert. So plädieren wir ausdrücklich dafür, die bevorstehende deutsche EU-Ratspräsidentschaft ab der zweiten Jahreshälfte 2020 konstruktiv für die Umsetzung der ernährungspolitischen Ziele auf EU-Ebene zu nutzen. Sehr gern begleitet die DGKJ als wissenschaftliche Fachgesellschaft das BMEL dabei mit ihrer Expertise. Diese ist vor allem in der DGKJ-Ernährungskommission unter Leitung von Prof. Dr. Berthold Koletzko gebündelt.

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