Detail



Fachgespräch im Gesundheitsausschuss

22.06.2020

Die DGKJ mahnt die Folgen der Ökonomisierung an.

Am 17. Juni war PD Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der DGKJ, als Sachverständiger zu einem digitalen Fachgespräch zur medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages geladen. Das Gespräch war initial aufgrund der Pandemie im März abgesagt worden. Umso erfreulicher ist es, dass das Fachgespräch nun nachgeholt wurde. Neben der DGKJ war auch der BVKJ und Frau Dr. Weyersberg vom CERES-Institut der Universität Köln geladen.  Dr. Rodeck unterstrich in dem Gespräch die vielseitigen und schwerwiegenden Folgen der Ökonomisierung für die stationäre Pädiatrie. "Die Finanzierung durch das Fallpauschalensystem kann die Leistungen der Pädiatrie nicht angemessen auffangen. Dies führt - trotz langjähriger Bemühungen, das DRG-System anzupassen - insbesondere im Bereich der komplex und chronisch kranken Kinder nachgewiesenermaßen zur Unterfinanzierung. Dadurch wird es immer häufiger zu Versorgungsengpässen und daraus folgenden Aufnahmesperren kommen.", so Rodeck. Die pädiatrischen Verbände mahnen schon lange, dass sich bzgl. der Kinderklinik-Finanzierung und der personellen Ausstattung endlich etwas ändern muss! Vor allem die Länder und Kommunen müssen sich finanziell wieder mehr engagieren und die Kinderkliniken und -stationen so ausstatten, dass sie ihrem Auftrag gerecht werden können, schwerkranke Kinder und Jugendliche bestmöglich medizinisch zu versorgen. Rodeck plädierte: "Nicht die Medizin muss sich dem System anpassen, sondern das System muss kranken Kindern und Jugendlichen eine adäquate Versorgung garantieren! Bei der Umsetzung dieser Forderung sind - auf verschiedenen Ebenen - Länder und der Bund gefragt!"

Weitere Informationen zur Finanzierung von Kinderkliniken finden Sie hier.