Allergien zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und treten häufig bereits im Kindesalter auf. Asthma, Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien oder atopisches Ekzem beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen, sondern können unbehandelt zu Folgeerkrankungen führen. Eine frühzeitige Diagnose kann hier entscheidend zur Linderung beitragen. Der Kongress für Kinder- und Jugendmedizin Ende September in Leipzig widmet sich daher der Frage, wie neue Screeningmodelle zur Früherkennung von Allergien bei Kindern die Versorgung nachhaltig verbessern können.
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI, 2024) entwickeln mehr als 20 Prozent der Kinder und über 30 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens mindestens eine allergische Erkrankung. „Dennoch spielen Allergien bislang bei den standardisierten Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter keine relevante Rolle“, sagt Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), und fordert: „Die Früherkennung von Allergien sollte ein fester Bestandteil der Kinder-Vorsorgeuntersuchungen und damit des bekannten `Gelben Hefts´ werden.“
Im Rahmen des Kongresses wird der Plan für eine Pilotstudie vorgestellt, die einen Screening-Algorithmus zur Identifikation von Kindern mit erhöhtem Allergierisiko untersucht. Ziel ist es, diese Früherkennung zeitnah in die Regelversorgung zu integrieren. „Wir wollen die Lebensqualität allergiekranker Kinder verbessern und gefährdete Kinder frühzeitig mit evidenzbasierter Diagnostik erfassen“, so Hamelmann weiter.
Neben seiner Rolle als DGKJ-Kongresspräsident engagiert sich Prof. Hamelmann in einer bundesweiten Initiative für die Einführung eines standardisierten Allergie-Screenings. Darüber hinaus koordiniert er die S3-AWMF-Leitlinie Allergieprävention, deren neue Fassung Ende 2025 erwartet wird.
Aus kinder- und jugendmedizinischer Sicht stehen dabei zwei Ziele im Mittelpunkt: die Verhinderung einer manifesten allergischen Erkrankung und die Unterbrechung des sogenannten Symptomwechsels. Zentrale Maßnahmen umfassen die Vermeidung relevanter Allergene und irritativer Substanzen, gezielte Beratung, pharmakologische Prävention sowie Allergen-Immuntherapie – insbesondere bei Kindern mit familiärer Vorbelastung.
„Darüber hinaus geht es um die Primärprävention für die Gesamtbevölkerung, also die Reduktion von Risikofaktoren, die zur Krankheitsentstehung beitragen“, erklärt Hamelmann. Eine strukturierte Früherkennung könne nicht nur die Gesundheit von Kindern langfristig verbessern, sondern auch zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen – ein wesentlicher Aspekt vor dem Hintergrund der aktuellen Versorgungslage.
Hinweis für die Redaktionen:
Das Programm startet nach einem internen Workshoptag am Donnerstag, dem 25. September. Eine Übersicht der Vorträge, Plenarsitzungen und Symposien finden Sie bereits im Online-Programm der Kongresshomepage.
Gern können Sie sich schon jetzt hier für die Teilnahme akkreditieren.
Der Kongress wird gemeinsam von den Fachgesellschaften für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderchirurgie und Sozialpädiatrie sowie dem Berufsverband für Kinderkrankenpflege organisiert. Auch die pädiatrische Infektiologie und die Kinderradiologie sind aktiv eingebunden.
Presse-Service vor Ort:
Wir sind mit einem eigenen Pressebüro auf dem Kongress vertreten und bieten Ihnen dort Raum für Gespräche, Interviews und Ihre redaktionelle Arbeit.
Für Rückfragen oder erste Hintergrundinformationen steht Ihnen bereits im Vorfeld der Kongresspräsident, Prof. Dr. Eckard Hamelmann, gerne zur Verfügung. Wir freuen uns sehr auf Ihre Teilnahme und heißen Sie schon jetzt herzlich willkommen!
Pressekontakt
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