"Der Weg zu einer Diagnose und die Therapie einer solchen Krebserkrankung kann sehr vielgestaltig sein", erläutert Prof. Dr. Dominik Schneider aus dem geschäftsführenden Vorstand der DGKJ. Die Erkrankungen würden zwar in große Erkrankungsgruppen, die Leukämien/Lymphome, Hirntumoren und soliden Tumoren aufgeteilt, aber wenn man neue diagnostische Verfahren einsetzt, dann sind es am Ende weit mehr als 100 verschiedene Diagnosen, also eine extrem heterogene Gruppe. Und gerade für Kinder mit einer schwer zu behandelnden Erkrankungen kommen jetzt auch zunehmend mehr neue Medikamente zum Einsatz.
Die Aufgabe der nächsten Jahre wird es sein, dass in klinischen Studien geprüft wird, inwieweit diese neuen Medikamente bereits etablierte Konzepte wie eine Chemotherapie zumindest teilweise ersetzen können, bei Erhalt oder weiteren Verbesserung der guten Überlebenschancen und hoffentlich Verbesserung der langfristigen Lebensqualität. Das würde nur möglich sein, wenn die notwendigen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für die Kinder-Onkologie gesichert werden, und wenn diese wichtigen Studien auch finanziell angemessen gefördert werden - „Das ist eine politische Aufgabe", betont Schneider. Darüber hinaus müssten auch für seltene Erkrankungen Therapiestudien regulatorisch und finanziell ermöglicht werden.