G-BA Beschluss Notfallversorgung



Aktueller Beschluss des G-BA überfordert Kinderkliniken

(Zu) hohe Vorgaben für die Notfallversorgung von Kindern

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 19. April 2018 eine Regelung der Kapazitäten für die Notfallstrukturen in Krankenhäusern beschlossen, die Auswirkungen auf die wohnortnahe Versorgung durch Kinderkliniken und –krankenhäuser haben wird.

Laut G-BA-Beschluss sollen für das „Modul Notfallversorgung Kinder“ zehn pädiatrische Intensivbetten bereitgehalten werden. Die Betten eines ggf. ebenfalls vorhandenen Perinatalzentrums Level 1 sind hier nicht berücksichtigt und wären zusätzlich vorzuhalten. Rund 2/3 der Kliniken, die bundesweit für eine umfassende Notfallversorgung von Kindern in Frage kommen, betreiben zurzeit eine gemeinsame Kinder-Intensivstation, für die pädiatrische (PICU) sowie für die neonatologische (NICU) Versorgung.

Als wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kinder- und Jugendmedizin hatte die DGKJ im Vorfeld des G-BA-Beschlusses sehr konkret zu diesem Aspekt Stellung bezogen und für eine Lösung mit 12 Betten für PICU und NICU zusammen plädiert.

Zum G-BA-Beschluss fragt DGKJ-Präsidentin Prof. Dr. Krägeloh-Mann: „Wir würden gerne wissen, auf welcher Datengrundlage der Beschluss für zehn pädiatrische Intensivbetten getroffen wurde. Und wir wollen erfahren, wie die vom G-BA angestrebte Verteilung einer umfassenden Notfallversorgung für Kinder in Deutschland aussehen soll.“

Zu befürchten ist, so die DGKJ, dass unbeachtet der spezifischen pädiatrischen Belange die Vorgabe der zehn  Betten schlichtweg aus dem Erwachsenenbereich der Stufe 2 in das Notfallmodul Kinder übertragen wurde, was aber angesichts der sehr viel geringeren Patientenzahl in der Kinder- und Jugendmedizin nicht sinnvoll ist: „Die ungeplante Notaufnahme eines kranken Kindes ist selbst in den großen Zentren kein häufiges Ereignis“, erläutert die DGKJ-Präsidentin.

Bei Umsetzung des Beschlusses befürchtet die DGKJ, dass nur sehr wenige Krankenhäuser in Deutschland die geforderten Kapazitäten leisten können – dann sind zwar die Qualitätskriterien alle erfüllt, die Versorgung aber findet u.U. weit entfernt vom Wohnort statt. Dies wäre im Vergleich zur Versorgung von Erwachsenen eine deutliche Schlechterstellung von Kindern in einer gesundheitlichen Notfallsituation.