„Prävention muss dort ansetzen, wo Kinder leben, lernen und spielen“
DGKJ zum Weltkindertag am 20. September
„Starke Kinder, starke Zukunft!“ lautet das diesjährige Motto des Weltkindertags. Für die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gehört zu einer guten Zukunft auch das Recht jedes Kindes auf bestmögliche medizinische Versorgung. Dafür braucht es Unterstützung und Fürsorge, frühzeitige Prävention und eine verlässliche und kompetente Versorgung – unabhängig davon, ob ein Kind gesund ist, chronisch erkrankt oder mit einer Behinderung lebt.
Bessere Bedingungen schaffen für ein gesundes Aufwachsen
„Prävention muss dort ansetzen, wo Kinder leben, lernen und spielen“, betont DGKJ-Generalsekretär Priv. Doz. Dr. Burkhard Rodeck, denn: „Kitas und Schulen sind dafür zentrale Orte.“ Sie erreichen Kinder unabhängig von ihrer sozialen Situation und bieten wichtige Möglichkeiten für Gesundheitsförderung, Früherkennung und die Vermittlung von Gesundheitskompetenz.
Die DGKJ spricht sich für ausreichend tägliche Bewegungszeit in Kita und Schule sowie eine verbindliche Verankerung von Ernährungsbildung im Lernplan aus. Ergänzend braucht es strukturelle Maßnahmen für ein gesundheitsförderliches Umfeld, darunter wirksame Beschränkungen von an Kinder gerichteter Werbung für ungesunde Lebensmittel und die Umsetzung einer Zuckersteuer.
Gesundheitskompetenz sollte frühzeitig als Teil von Bildung vermittelt werden. Gleichzeitig können Kitas und Schulen einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Früherkennung leisten. Die DGKJ befürwortet deshalb geeignete Screening-Angebote und den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften.
Soziale und politische Entscheidungen für Kinderrechte
„Gesundheitsförderung kann nicht allein der Verantwortung von Kindern und Familien überlassen werden. Sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen und muss alle Kinder erreichen – gerade diejenigen, die besondere Unterstützung benötigen“, erläutert Rodeck.
Auch die sozialen Lebensbedingungen beeinflussen die gesundheitlichen Chancen von Kindern - insbesondere Kinderarmut ist ein wesentlicher Faktor gesundheitlicher Ungleichheit. Im Sinne der von der Sozialstaatskommission empfohlenen Entbürokratisierung – etwa der automatisierten, antragsfreien Auszahlung von Kindergeld – fordert die DGKJ einen einfachen, unbürokratischen und niedrigschwelligen Zugang zu familienpolitischen Leistungen. Darüber hinaus braucht es eine auskömmliche finanzielle Absicherung von Kindern sowie die dauerhafte Stärkung der Frühen Hilfen.
Zugleich muss die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen gewährleistet werden.
Der Weltkindertag erinnert daran, dass Kinderrechte Grundlage politischen Handelns sein müssen. Die DGKJ unterstützt die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen, die sie betreffen.
Prävention kann dazu beitragen, Erkrankungen zu vermeiden, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und die Versorgung langfristig zu entlasten. Für Kinder und Jugendliche, die medizinische Behandlung benötigen, bleibt eine wohnortnahe und qualitätsorientierte Kinder- und Jugendmedizin unverzichtbar. Dies muss auch bei den aktuellen Reformen des Krankenhauswesens berücksichtigt werden, so Rodeck: „Es wäre grundfalsch, wenn die besonderen Bedarfe von rund 14 Millionen Kindern und Jugendlichen nicht berücksichtigt und damit dem undifferenzierten politischen Rotstift zum Opfer fallen würden.“
Pressekontakt
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Dr. Sybille Lunau
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel. +49 30 3087779-14
presse(at)dgkj.de