Auszeichnungen auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025



Auszeichnungen auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025

Adalbert-Czerny-Preis 2025

Adalbert-Czerny-Preis für Dr. Carl Christoph Goetzke, verliehen von Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Präsidentin der DGKJ.Bild: DGKJ/Nowotka
Adalbert-Czerny-Preis für Dr. Carl Christoph Goetzke, verliehen von Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Präsidentin der DGKJ.

Dr. Carl Christoph Goetzke (35) wurde auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Adalbert-Czerny-Preis 2025 der DGKJ ausgezeichnet. Der Preis, dotiert mit 10.000 Euro sowie einer Medaille des Namensgebers, würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin einschließlich ihrer Grenzgebiete.

Die Arbeit „TGF-ß links EBV to multisystem inflammatory syndrome in children“, in diesem Jahr in Nature veröffentlicht [https://doi.org/10.1038/s41586-025-08697-6], befasst sich mit einem zentralen immunologischen Mechanismus: Goetzke stellt darin dar, wie eine durch Transforming Growth Factor-ß (TGF-ß) vermittelte Immunsuppression zur Reaktivierung latenter Epstein-Barr-Virus-Infektionen führt und so die Hyperinflammation beim Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) vorantreibt.

Die DGKJ-Fachjury hebt die wissenschaftliche Exzellenz der Arbeit hervor, aus der sich neue Optionen sowohl für die Therapie von MIS-C als auch für die Entwicklung einer Impfung gegen EBV ergäben.

Carl Christoph Goetzke absolvierte nach seiner Zeit als Arzt in Weiterbildung eine Zusatzweiterbildung in der Kinderrheumatologie, war als Clinician Scientist tätig und ist Postdoktorand am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum, einem Institut der Leibniz-Gemeinschaft.

Selma-Meyer-Dissertationspreis 2025

Selma-Meyer-Dissertationspreis für Dr. Julian MilosavljevicBild: DGKJ/Nowotka
Selma-Meyer-Dissertationspreis für Dr. Julian Milosavljevic

Mit dem Selma-Meyer-Dissertationspreis zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) eine „zukunftsorientierte pädiatrische Promotionsarbeit“ aus. Er ist der jüdischen Kinderärztin Selma Meyer gewidmet, die als erste Frau 1922 im Fach Pädiatrie habilitiert und 1927 zur außerordentlichen Professorin für Kinderheilkunde ernannt wurde.

In diesem Jahr erhält Dr. Julian Milosavljevic (28) den Preis für seine Dissertation „Untersuchung der Rolle von Tbc1d8b in der Endozytose und funktionelle Charakterisierung von Patientenmutationen in Drosophila“. Die Arbeit wurde im Journal of the American Society of Nephrology (JASN) publiziert und zudem in einem Editorial des Journals besonders hervorgehoben. Die Jury der DGKJ ging in ihrer Begründung insbesondere auf den hohen Innovationsgrad der Arbeit ein. Dr. Milosavljevic ist seit 2024 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Freiburg tätig.

Ehrenmitgliedschaft

Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann mit DGKJ-Präsidentin Prof. Dr. Ursula Felderhoff MüserBild: DGKJ/Nowotka
Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann mit DGKJ-Präsidentin Prof. Dr. Ursula Felderhoff Müser

Mit der Ehrenmitgliedschaft würdigt die DGKJ nicht nur ein herausragendes wissenschaftliches Lebenswerk, sondern auch eine Persönlichkeit, die mit Weitblick, Tatkraft und Überzeugungskraft die Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland nachhaltig geprägt hat. Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann hat bleibende Spuren hinterlassen – in der Forschung ebenso wie in der gesundheitspolitischen Sichtbarkeit unseres Faches. Mit dieser Ehrenmitgliedschaft würdigt die DGKJ ein wissenschaftliches Lebenswerk und ein außergewöhnliches Engagement für die DGKJ und die Kinder- und Jugendmedizin insgesamt.

Frau Krägeloh-Mann studierte ab 1971 Medizin an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Früh prägten internationale Erfahrungen ihren Weg: Ein vom DAAD geförderter Aufenthalt führte sie an das Hôpital St. Vincent de Paul in Paris, ein weiterer Forschungsaufenthalt an das John F. Kennedy Institute in Kopenhagen. Ab 1988 war sie Oberärztin der Abteilung für Entwicklungsneurologie und Neuropädiatrie in Tübingen. Mit Unterstützung eines DFG-Habilitationsstipendiums habilitierte sie 1994 mit einer Arbeit zu „Läsionen des unreifen Gehirns“.

Von 1995 bis 1997 hatte sie eine Professur an der Technischen Universität München inne, ehe sie 1997 an die Universität Tübingen zurückkehrte. Dort wirkte sie bis zu ihrer Emeritierung als Ärztliche Direktorin und Lehrstuhlinhaberin für Kinderheilkunde mit den Schwerpunkten Neuropädiatrie, Entwicklungsneurologie und Sozialpädiatrie. 2012 wurde sie in das Fachkollegium Kinder- und Jugendmedizin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewählt.

Die DGKJ wurde von Frau Prof. Krägeloh-Mann nachhaltig geprägt: 2012 wurde sie Mitglied des Vorstandes, zunächst als Vertreterin der Subspezialitäten, ab 2016 als Vizepräsidentin und schließlich von 2018 bis 2020 als Präsidentin der DGKJ. 2019 übernahm sie zudem die Jahrestagungs-Präsidentschaft. Damit war sie ein Jahrzehnt lang im Vorstand aktiv und anschließend weiterhin in der Kommissionsarbeit der DGKJ engagiert.

In ihrer Amtszeit als Präsidentin stellte sie die DGKJ zu Beginn der COVID-19-Pandemie gut auf. Große Dankbarkeit gilt auch ihrem persönlichen Engagement in der Diskussion um Klinikreform und Klinikfinanzierung, das wesentlich dazu beitrug, dass die DGKJ im politischen Kontext Gehör fand – erinnert sei hier etwa an die vielbeachtete Artikelserie im Stern.

Darüber hinaus geht das heutige „Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit“ auf die Reform der Akademie zurück, die Professorin Krägeloh-Mann maßgeblich und konstruktiv vorantrieb.

 

Ehrenmitgliedschaft

Verleihung der DGKJ-Ehrenmitgliedschaft an Prof. Dr. Fred Zepp
Verleihung der DGKJ-Ehrenmitgliedschaft an Prof. Dr. Fred Zepp

Die DGKJ zeichnet Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Kinder- und Jugendmedizin verdient gemacht haben, mit der Ehrenmitgliedschaft aus. 2025 wurde Prof. Dr. Fred Zepp in Würdigung seiner herausragenden Verdienste zum Ehrenmitglied der DGKJ ernannt.

Professor Zepp studierte von 1975 bis 1981 Humanmedizin in Mainz und an der University of Wisconsin, Madison (USA). An der Mainzer Universitätsmedizin durchlief er zahlreiche Stationen: 1987 übernahm er – noch vor seiner Facharztanerkennung – die Leitung des Forschungsbereiches Pädiatrische Immunologie und Infektiologie, 1998 wurde er Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, eine Position, die er bis zu seiner Emeritierung 2021 innehatte. Im Jahr 2001 wurde er zudem zum Prodekan des Fachbereichs Medizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz gewählt, wo er sich bleibende Verdienste um die Forschungsförderung erwarb und dafür mit dem Ehrenring der Universitätsmedizin ausgezeichnet wurde.

Seine wissenschaftliche und fachpolitische Tätigkeit ist eng mit nationalen wie internationalen Beratungsgremien verbunden. So gehörte er von 1998 bis 2024 der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) an und war Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Paul-Ehrlich-Instituts sowie in zahlreichen weiteren europäischen und internationalen Gremien.

Auch die DGKJ profitierte in besonderem Maße von seinem Engagement: Von 2005 bis 2012 war Professor Zepp Mitglied des Vorstands, 2006 Kongresspräsident der 102. Jahrestagung in Mainz und von 2009 bis 2011 Präsident der DGKJ – in einer Zeit, die durch die Herausforderungen der sogenannten „Schweinegrippe“ geprägt war. Viele Jahre führte er zudem die Arzneimittelkommission der DGKJ. Besonders hervorzuheben ist seine Tätigkeit als Schriftleiter der Monatsschrift Kinderheilkunde von 2010 bis Februar 2025: In diesen Jahren schärfte er mit seinem unermüdlichen Engagement das Profil dieser wichtigsten deutschsprachigen pädiatrischen Fachzeitschrift.

Darüber hinaus wirkt Professor Zepp seit 2006 Jahren im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer, seit 2012 sogar als Vorstandsmitglied. Seit Mai 2021 gehört er dem Vorstand der AWMF an. Hier ist er seit November 2021 stellvertretender Präsident.

Mit dieser Ehrenmitgliedschaft würdigt die DGKJ ein wissenschaftliches und fachpolitisches Lebenswerk, das über Jahrzehnte hinweg die Kinder- und Jugendmedizin geprägt und entscheidend weiterentwickelt hat.