Die STIKO empfiehlt die RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab allen Neugeborenen und Säuglingen zur Verhinderung schwerer RSV-bedingten Erkrankungen in ihrer 1. RSV-Saison.
Säuglinge, die zwischen April und September geboren sind, sollen Nirsevimab möglichst im Herbst vor Beginn ihrer 1. RSV-Saison im Zeitraum zwischen September bis November erhalten. Neugeborene, die während der RSV-Saison (meist zwischen Oktober bis März) geboren werden, sollen Nirsevimab möglichst rasch nach der Geburt, idealerweise bei Entlassung aus der Geburtseinrichtung bzw. bei der U2 (3. bis 10. Lebenstag) bekommen. Eine versäumte Nirsevimab-Gabe soll innerhalb der 1. RSV-Saison schnellstmöglich nachgeholt werden.
Bereits in der ersten Saison nach Einführung der RSV-Prophylaxe für Neugeborene und Säuglinge hat sich die Zahl der RSV-Fälle bei Säuglingen im Vergleich zur Vorsaison mehr als halbiert. Die Auswertung der RSV-Meldedaten der RSV-Saison 2024/2025 durch das Robert Koch-Institut (RKI) zeigte auch, dass die Krankenhausbehandlungen von Säuglingen mit RSV im Vergleich zur Vorsaison um etwa die Hälfte gesunken sind.
Die RKI-Daten belegen einen klaren Nutzen der RSV-Prophylaxe bei Neugeborenen und Säuglingen in Deutschland: In der ersten Saison nach Einführung der STIKO-Empfehlung (2024/25) sank die RSV-Inzidenz bei Säuglingen <1 Jahr von 2.291 auf 1.045 pro 100.000 (–54 %). Gleichzeitig gingen RSV-assoziierte Krankenhausaufnahmen von 6.482 auf 2.899 (–55 %) und intensivmedizinische Behandlungen von 121 auf 55 zurück (Auswertungen des Robert Koch-Instituts [IfSG-Meldedaten], veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin 41/2025 sowie Deutsches Ärzteblatt 2025; DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0111).
Die DGKJ hatte sich im Vorfeld dieser Empfehlungen politisch für die RSV-Prophylaxe eingesetzt.
Informationsmaterial:
Die Global Foundation for the Care of Newborn Infants (GFCNI) hat für Fachpersonal und für Eltern zwei Merkblätter herausgegeben:
- RSV-Factsheet für medizinisches Fachpersonal
- Elternbroschüre RSV.