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Helmut Seckel

PD Dr. med., Kinderarzt


Stadt / Region Köln
Adresse Köln-Lindenthal, Heimsbacherstr. 1
Geburtsdatum 16.05.1900
Geburtsort Berlin
Geschlecht (männlich/weiblich) männlich
Sterbedatum 13.04.1960
Sterbeort Chicago
Schicksal Emigration
Biografische Angaben

1919-23 Studium in Berlin, Freiburg i.Br. Approbation 1925, Dissertation Berlin 1925. 1925-27 Assistent Innere Abt. Städt. Krankenhaus Berlin-Westend. 1927-28 Pharmakologisches Institut d. Univ. Hamburg. 1928-29 Univ.-Kinderklinik Heidelberg (Moro). 1929-30 Univ.-Kinderklinik Hamburg (Kleinschmidt). 1931-35 Univ.-Kinderklinik Köln (Kleinschmidt), 2.6.1932 Habilitation, Oberarzt. Wiss. Schwerpunkte bis zur Emigration: Stoffwechselerkrankungen beim Diabetes mellitus, Blutmengenuntersuchungen im Kindesalter, Infektionskrankheiten, insbes. Diphtherie. Seit 1927 verheiratet mit Margarete Blaschko (geb.12.5.1902, Kindergärtnerin Pestalozzi-Fröbel-Haus Berlin, Soziale Frauenschule, Leitung eines Kindergartens für geistig behinderte Kinder), Tochter des Berliner jüdischen Dermatologen Prof. Alfred Blaschko. Seckel selbst nicht jüdischer Herkunft. RMK 1935, DGfK MV 1935 durchgestrichen, Austritt 19.3.1936, um „meine Tätigkeit außerhalb Deutschlands fortzusetzen.“ Die Univ.-Kinderklinik Köln war mit einer Gruppe ihrer Mitarbeiter an der Konzeption der Gesundheitspolitik der NS-Jugendführung beteiligt (Kleinschmidt, Joppich, Unshelm). 1935: Seckel wurde vom leitenden Verwaltungsbeamten der Universität nahegelegt, sich von seiner jüdischen Frau scheiden zu lassen, um seine Stellung in der Klinik zu behalten. Daraufhin endgültige Realisierung des schon vorher gefassten Entschlusses zur Emigration. Der Protest einer nicht-jüdischen Kollegin, Dr. Ottilie Budde, führte zu deren Entlassung (Niederlassung in Göppingen).

Über SPSL ab 1935 Versuch der Einwanderung in die USA, 21.3.1936 Visum („visit of enquiry“), 21.4. Übersiedlung nach Chicago. License 37, Ped., 6030 Dorchester Ave.

Zeugnis Moro: „die jüngere deutsche Pädiatrie verliert mit ihm einen wissenschaftlichen Arbeiter 1.Ranges.“. Brief von Hermann Blaschko (Bruder der Ehefrau, Prof. für Pharmakologie in Cambridge) an SPSL: “All that because he married my sister; he is a ‘100%’ Aryan, his father was Prof. for Roman Law at the univ. of Berlin and Rector”. 1937 Prof. of Pediatrics am Bobs Roberts Memorial Hospital d. Univ.of Chicago. 1937 erscheint bei Karger/Berlin: Die Typologie der Halsdiphtherie (Morphologie, Statistik, Pathogenese). “Seckel-Syndrom”: Beschreibung des “Vogelkopf-Zwergwuchses” (Bird-Headed Dwarfs; Studies in developmental anthropology including human proportions. New York, Basel, Springfield 1960). 1950 Austauschprof. Univ. Frankfurt a.M.

Quellen GV; PäA; SPSL 412/2; UA Köln; NS-Dok. Köln; Displ; BHE; Kröner; AMD; Lennert 92; Seidler 95; Korr. m. Frau Margarete Seckel, Chicago.

Abkürzungen, Literatur, Quellen:

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