Jahresbericht 2017



Jahresbericht 2017

Im Mittelpunkt der Arbeit des Konvents für fachliche Zusammenarbeit standen im Berichtszeitraum folgende Themen:

GOÄneu

Nach der Ablehnung des letzten GOÄ-Entwurfs durch das Präsidium der Bundesärztekammer Ende März 2016 ist nach Beschluss des 119. Deutschen Ärztetages im Mai 2016 in Hamburg die Verhandlung mit der PVK/Beihilfe mit dem Verhandlungsführer Dr. Klaus Reinhardt, niedergelassener Hausarzt aus Bielefeld und Bundesvorsitzender des Hartmannbundes, in eine neue Runde gegangen. Nach den Eingaben der Fachgesellschaften, u. a. auch des Konventes für fachliche Zusammenarbeit und des BVKJ, wurde in den Jahren 2008 bis 2013 eine Kostenkalkulation der Firma Prime-Network (Dr. Wolfgang Popp) zur Kalkulation der Kosten in der GOÄ-Reform vorgelegt. Diese belief sich auf eine Steigerung von maximal 30 %. In den bisherigen Verhandlungen mit der PKV und den Beihilfestellen wurde deutlich, dass ein maximaler Zuwachs in den ersten drei Jahren der Reform von ca. 5,8 % zu erwarten ist. Es wird sich bei der jetzigen Verhandlung mit der Bundesärztekammer also in erster Linie darum handeln, in welcher Form diese 5,8 % Steigerung der GOÄ-Erlöse aufgeteilt werden. Jede Spezifizierung, jeder Zuschlag auf der einen Seite wird mit einer Abwertung der Grundleistung auf der anderen Seite verbunden sein. Die Verbände und Fachgesellschaften waren aufgerufen, sich bis zum 09.03.2017 inhaltlich mit der Kalkulation der Leistungen zu befassen und noch Anregungen zur Legendierung zu geben. Die Deadline war nicht als absolute Grenze zu verstehen.

Der BVKJ und der Konvent für fachliche Zusammenarbeit haben Zeitkalkulation (auf Bitte der BÄK) am jugendlichen Patienten ausgerichtet, so dass nach Abstimmungsgesprächen mit den Erwachsenendisziplinen deren Zeitkalkulationen im Wesentlichen übernommen wurden. Von August bis Oktober 2017 liefen trilaterale Gespräche der Fachdisziplinen mit der BÄK und dem Verband der privaten Krankenversicherungen. Die pädiatrischen Subdisziplinen nahmen an den Beratungsgesprächen mit den Erwachsenendisziplinen teil. Es wurde ein Kinderzuschlag bis zum vollendeten 8. Lebensjahr angestrebt, der nach aktuellen Verhandlungen mit der BÄK und den PKV-Vertretern auch konsentiert werden konnte. Die endgültige Bewertung wird noch auszuhandeln sein.

Organisationsstrukturen aus den Konventgesellschaften

Es erfolgte eine Umfrage bei allen 38 Konventgesellschaften. Die Geschäftsführung in der Chausseestr. in Berlin hat sich bewährt, einige Fachgesellschaften nutzen die Infrastruktur für die eigenen Belange und sehen hierin große Vorteile, auch weil sich fachgesellschaftsübergreifend durch Bündelung (z. B. Webseiten, Satzungsgestaltung etc.) die Ziele effektiver erreichen lassen Die räumlichen Grenzen sind jedoch erreicht, weitere freie Räume stehen nicht mehr zur Verfügung.

ICD-10-GM und OPS

ICD-10-GM und OPS haben vor allem für das DRG-System eine herausragende Bedeutung und sind seit Januar in den Versionen 2017 anzuwenden. Die Buchausgaben des Deutschen Ärzteverlages sind deren einzige nutzergerecht aufbereitete Veröffentlichungen. Die Versionen 2018 werden vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit vorbereitet. Die von der WHO veröffentlichte Beta-Draft- Version der ICD-11 wird von mehreren medizinischen Fachgesellschaften in Feldtests geprüft. Für die Pädiatrie werden diese Aktivitäten von der ärztlichen Koordinatorin der verbändeübergreifenden DRG-AG der GKinD, Frau Dr. Nicola Lutterbüse, koordiniert. Die frühzeitige Beteiligung möglichst aller Konventgesellschaften ist wünschenswert, damit die ICD-11 tatsächlich den gegenwärtigen Wissensstand widerspiegeln kann. Ihre aktualisierte englischsprachige Version soll der Weltgesundheitsversammlung der WHO 2018 zur Entscheidung vorgelegt werden.

Vermutlich muss man bis zum produktiven Einsatz der ICD-11 realistischerweise mit einem weiteren Zeitvorlauf von mehreren Jahren rechnen. In Deutschland sind zudem umfangreiche Anpassungsarbeiten der Klassifikation, der Vergütungssysteme etc. nötig. 

Auf der letzten Sitzung des Konvents für fachliche Zusammenarbeit wurde der Sprecherrat des Konvents neu gewählt. Gewählt wurden ab 01.01.2018 Prof. Dr. Dominik Schneider als Sprecher des Konvents, Prof. Dr. Hans-Georg Koch als stellvertretender Sprecher und Prof. Dr. Antje Schuster als Schriftführerin. Ich gratuliere allen drei zur Wahl und wünsche viel Erfolg für Ihre Tätigkeit. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

Der Grund meines Rückzuges aus der Tätigkeit im Konvent seit nunmehr 19 Jahren ist die Übernahme einer anderen verantwortungsvollen Position in unserer Fachgesellschaft. Ich werde ab dem 01.01.2018 in der Nachfolge von Herrn Dr. Eßer als Generalsekretär der DGKJ tätig sein. Neben meiner Arbeit als Chefarzt des Christlichen Kinderhospitals Osnabrück werde ich ca. einen Tag in der Woche der Generalsekretärstätigkeit widmen.

PD Dr. B. Rodeck

Sprecher des Konvents für fachliche Zusammenarbeit der DGKJ