Jahresbericht 2018



Jahresbericht 2018

Konvent für fachliche Zusammenarbeit der DGKJ

Der Konvent für fachliche Zusammenarbeit ist das zentrale Forum für den fachlichen Austausch zwischen den verschiedenen pädiatrischen Disziplinen und Arbeitsgemeinschaften. Nach der Aufnahme der Arbeitsgruppe Digital Health im September 2018 gehören ihm mittlerweile 38 Fachgesellschaften an.

Der Konvent nimmt die gemeinsame Interessensvertretung der pädiatrischen Disziplinen wahr, bündelt gemeinsame Aktivitäten und kann ihnen das politische Gewicht einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft mit mehr als 16.000 Mitgliedern verleihen.

Mit Beginn dieses Jahres hat ein neues Sprecherteam seine Aufgaben übernommen. Das Team soll zu Beginn des Berichts kurz vorgestellt werden. Der neue Sprecher, Prof. Dr. Dominik Schneider, ist Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Dortmund und vertritt seit 6 Jahren die Kinderonkologie im Konvent. Als Sprecher übernimmt er u. a. die Vertretung der pädiatrischen Spezialitäten im geschäftsführenden DGKJ Vorstand, ebenso in der DAKJ Kommission für Weiterbildung und Strukturfragen sowie in der AG Weiterbildungskurse der DGKJ. Er wird vertreten von Prof. Dr. Hans-Georg Koch, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Braunschweig, der zuvor bereits dem Sprecherrat angehört hat. Herr Koch vertritt die Konventgesellschaften in der AG Transition. Das Gremium wird komplettiert durch die Schriftführerin, Frau Prof. Dr. Antje Schuster, Klinik für Allgemeinpädiatrie am Universitätsklinikum Düsseldorf, die zugleich die Kinder-Pneumologie im Konvent repräsentiert und sich u. a. für die Weiterentwicklung des nationalen Lernzielkatalogs engagiert.

Im Mittelpunkt der Arbeit des Konvents für fachliche Zusammenarbeit standen im Berichtszeitraum folgende Themen:

Musterweiterbildungsordnung

Nach der Beschlussfassung des Deutschen Ärztetages über die Strukturen der Weiterbildungsordnung und den kompetenzbasierten Weiterbildungskatalog für die Facharzt- und Schwerpunktweiterbildung hat sich eine intensiv geführte Diskussion zur Ausgestaltung dieser Vorgaben in der Pädiatrie entwickelt. Grundsätzlich bestehen erhebliche Bedenken, dass möglicherweise mit der Verkürzung der Mindestzeiten für Schwerpunkt- und Zusatzweiterbildung auf 2 Jahre die notwendigen Ausbildungsinhalte nicht mehr vermittelt werden können. In der weiterführenden Diskussion mit der Bundesärztekammer konnte jedoch eine Klarstellung zu folgenden Punkten erreicht werden:

  • Die Weiterbildungszeiten sind Mindest-Weiterbildungszeiten. Die Zulassung zur Prüfung wird auf Grundlage der erworbenen Kompetenzen erteilt.
  • Weiterbildungszeiten in Schwerpunkt- und Zusatzweiterbildung können nicht aus der Facharztweiterbildungszeit übertragen werden; es besteht keine „Versenkbarkeit“.
  • Während der Facharztweiterbildung erworbene fachliche Kompetenzen können hingegen auf die nachgeschalteten Weiterbildungen übertragen werden.

Somit besteht die Möglichkeit, die qualitativ hochwertige Weiterbildung durch eine exakte Definition der Ausbildungsinhalte im Weiterbildungskatalog sicherzustellen. Die Ausformulierung des Weiterbildungskatalogs Kinder- und Jugendmedizin auf der Grundlage der Beta-Version des DAKJ-Logbuchs zur Dokumentation der Weiterbildung erfolgt derzeit in der DAKJ-Weiterbildungskommission unter Leitung von Prof. Hoyer, Essen.

GOÄneu

Im letztjährigen Bericht hatte Herr PD Dr. Rodeck dargestellt, dass von den Konventgesellschaften für die Pädiatrie sehr detaillierte Zeitkalkulationen erarbeitet worden sind, die von der Arbeitsgruppe der BÄK positiv beurteilt und daher weitgehend übernommen sind. In einer Informationsveranstaltung im April wurde von den Vertretern der Bundesärztekammer berichtet, dass derzeit Prime Networks eine betriebswirtschaftliche Kalkulation auf der Grundlage des neuen Leistungskatalogs durchführt. Für die Pädiatrie positiv anzusehen ist die bessere Abbildung von Gesprächsleistungen. Da aber derzeit noch erhebliche Inkongruenzen zwischen den Katalogen der Fachgesellschaften bestehen, und da aus der Umsetzung der bislang eingereichten Kalkulationsvorgaben eine nicht vertretbare Kostensteigerung resultieren würde, sind umfangreiche Korrekturen und Spezifizierungen notwendig. Hiervon wird die Pädiatrie dank der hohen Qualität und Plausibilität der Daten kaum betroffen sein. Zusammenfassend ist jedoch damit zu rechnen, dass dieses Projekt nicht vor 2019 politisch vertreten und diskutiert werden kann.

Ärztestatistik der Bundesärztekammer

Auf der Konventsitzung im April wurden die Daten der jährlich veröffentlichten Deutschen Ärztestatistik kritisch diskutiert. Zum einen sind die Daten nicht kongruent zu den aktuellen Gebietsbezeichnungen entsprechend Weiterbildungsordnung, zum anderen besteht der Eindruck einer unvollständigen Abbildung der pädiatrischen Disziplinen. Da diese Zahlen aber für die Bewertung der Fachgebiete in der gesundheitspolitischen Diskussion relevant sein können, wurde der Sprecher mit einer Stellungnahme gegenüber der Bundesärztekammer beauftragt. Verschiedene Konventgesellschaften haben zurückgemeldet, dass mit Blick auf ihre Mitgliederzahlen zwischen einem Viertel und der Hälfte der Fachärzte und Spezialisten in der Statistik nicht erfasst werden. Bei einer Erhebung aller kinderonkologischen Zentren ließ sich exemplarisch zeigen, dass die Zahl der Ärzt*innen mit Gebietsbezeichnung um knapp 50 % höher lag als von der BÄK angegeben. In ihrem Antwortschreiben stellte die BÄK daraufhin klar, dass die Statistik bislang auf den Angaben der Landesärztekammern basiert, dass sie die Rückmeldung und Kritik aber bei einer jetzt anstehenden Überarbeitung der Erhebungsmethodik berücksichtigen wird.

Weitere Aktivitäten

Gemeinsam mit anderen Vertretern der Pädiatrie wie GKinD und VLKKD hat der Sprecherrat Stellungnahmen zu verschiedenen gesundheitspolitischen Themen erarbeitet, z. B. zu den G-BA-Beschlüssen über die gestufte Notfallversorgung und die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren. Besonders zu danken ist allen Vertretern aus den Konventgesellschaften, die gemeinsam mit der AG Lehre der DGKJ an der Überarbeitung der IMPP-Gegenstandskataloge arbeiten werden. Diesem Engagement ist zu verdanken, dass die Pädiatrie auch in Zukunft angemessen in der studentischen Lehre vertreten sein wird.

Zuletzt gilt der Dank des Sprecherrates dem bisherigen Sprecher PD Dr. Rodeck, der die Arbeit des Konvents in den letzten Jahren geprägt und viele wichtige Projekte sehr erfolgreich vorangebracht hat. Wir freuen uns, dass er seinen Einsatz für die DGKJ als Generalsekretär so engagiert fortführt.

Prof. Dr. Dominik T. Schneider

Sprecher des Konvents für fachliche Zusammenarbeit der DGKJ