Kongress Eröffnung 2025: „Kinder- und Jugendmedizin ist politisch!“
Bild: DGKJ/NowotkaNicht vergessen und nicht an den Rand gedrängt, sondern in die Mitte unserer Gesellschaft gehören chronisch kranke Kinder und Kinder mit Beeinträchtigung! Beim diesjährigen Kinder- und Jugendmedizin Kongress „Gemeinsam ins Leben“ stehen sie und ihre gute medizinische Versorgung im Mittelpunkt.
Neben fachlichem Austausch und Vorträgen zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen spielt dabei auch das Thema Politik eine zentrale Rolle. Das wurde bereits bei der Eröffnung des Kongresses mehrfach angesprochen.
So stellte Tim Vogel von der Jungen DGKJ klar: „Wir sind fest davon überzeugt: Pädiatrie, das ist politisch!“ Und das betrifft viele Bereiche, ob Facharztausbildung, Inklusion oder Krankenhausbehandlung.
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Bild: DGKJ/NowotkaProf. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, DGKJ-Präsidentin, wurde in ihrer Rede noch deutlicher: „Die Krankenhausreform hat gravierende Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendmedizin. Für Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und alle am Kind Tätigen, aber in erster Linie die Patientinnen und Patienten und ihre Familien.
Im neuen Krankenhausreformanpassungsgesetz ist die spezielle Kinder- und Jugendmedizin nicht vorgesehen. Das hat auch Folgen für die Finanzierung und schafft Anreize, bestimmte Leistungen von Erwachsenenmedizinern erbringen zu lassen“, fasste Felderhoff-Müser zusammen.
Für die DGKJ steht aber fest: Kinder und Jugendlichen habe ein Recht nicht nur auf eine fachärztliche Behandlung, sondern ebenso wie Erwachsene auf eine spezialfachärztliche Behandlung! Schon 2023 gab es nur noch 323 Standorte mit Kinderkliniken/-abteilungen. Mit einer Reform, in der die spezielle Kinder- und Jugendmedizin in der Krankenhausplanung nicht mehr vorkommt und damit die Finanzierung nicht gesichert werden kann, könnten noch weitere Kinderkliniken/-abteilungen von Schließungen betroffen sein.
Einsparungen bei der speziellen Kinder- und Jugendmedizin sind immer auch Einsparungen bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen. Diese sind jedoch in besonderem Maße auf Interdisziplinarität angewiesen - also auf das, was in der Kinder- und Jugendmedizin besonderen Stellenwert hat und beim diesjährigen Kongress gezielt thematisiert wird.
Bild: DGKJ/Nowotka
Bild: DGKJ/Nowotka„Nun erwartet uns ein vielschichtiges Programm, welches nicht nach Fachgebieten getrennt ist: Wir haben interdisziplinäre Sitzungen mit dem Schwerpunkt auf chronischen Erkrankungen, weil es im Kindesalter so gut wie keine chronische Erkrankung gibt, die nicht von uns allen Pädiatern gemeinsam betrachtet werden muss!“, sagte die DGKJ-Präsidentin: "Genau das sollte auch in der Politik ankommen. Wir brauchen Spezialisierung, wir brauchen eine auskömmliche Finanzierung und wir brauchen eine Medizin, die unsere Patientinnen und Patienten im Blick behält!".