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Einigung bei der Pflegeberufereform

07.04.2017

Der Streit um die Reform der Pflegeberufe scheint beendet: Carola Reimann und Karl Lauterbach gaben eine Einigung bekannt.

Der Streit um die Reform der Pflegeberufe scheint seit gestern Abend beendet: Nachdem in der letzten Woche die Ankündigung eines Kompromisses zwischen SPD- und CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgezogen wurde, gaben nun Dr. Carola Reimann und Prof. Dr. Karl Lauterbach eine Einigung bekannt. Danach verständigte man sich darauf, die Ausbildung zur Krankenpflege abzuschaffen und durch eine generalistische Pflegeausbildung zu ersetzen. Die Ausbildung zur Alten- oder zur Kinderkrankenpflege solle erhalten bleiben und in Form einer zweijährigen generalistischen Ausbildung sowie einem Jahr separater Ausbildung als „Altenpfleger/in“ oder „Kinderkrankenpfleger/in“ abgeschlossen werden. Die Neuregelungen sollen erstmals für die Ausbildungsjahrgänge ab 2019 gelten.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sieht die Einigung von SPD und Union mit Beibehaltung der Kinderkrankenpflege als Erfolg ihrer Bemühungen im Verbund mit vielen Mitstreitern. Sie ruft nun alle Beteiligten auf, sich weiterhin für die Kinderkrankenpflege zu engagieren. Die DGKJ begrüßt die Pflicht zur Evaluation sechs Jahre nach Einführung der neuen Pflegeausbildungen: Diese Erhebung wird auch über den Fortbestand von spezialisierten Berufsausbildungen in der Pflege entscheiden, denn – so heißt es in der Erklärung der SPD-Fraktion -: „Haben mehr als 50 Prozent den generalistischen Abschluss mit dem entsprechenden Schwerpunkt gewählt, sollen die eigenständigen Berufsabschlüsse auslaufen und nicht mehr weitergeführt werden.“ Über die Abschaffung oder Beibehaltung der getrennten Abschlüsse entscheidet der Bundestag nach Vorliegen des Evaluationsberichts.

Die DGKJ geht bei ihrer Einschätzung davon aus, dass sich die Bewertung auf den jeweiligen Ausbildungsschwerpunkt bezieht und Alten- und Kinderkrankenpflege separat evaluiert werden, da ansonsten die Kinderkrankenpflege schon rein numerisch kaum eine Chance auf Erhalt  hätte.

DGKJ-Generalsekretär Dr. Eßer: „Neben dieser rein quantitativen Bewertung der Ausbildung darf die Qualität der Pflege nicht außer Blick geraten. Kinder brauchen sehr gute Pflege. Unser Ziel bleibt daher weiterhin, dass Kinder auch in Zukunft durch spezialisierte und hoch qualifizierte Pflegekräfte gepflegt werden.“