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Jahresrückblick zu politischen Aktivitäten der DGKJ

11.01.2019

Seit einem Jahr ist Priv.-Doz. Dr. med. Burkhard Rodeck als Generalsekretär der DGKJ tätig und zieht nach den ersten 12 Monaten Bilanz.

Bei über 100 Terminen mit politischen Akteuren sowie Vertretern anderer Verbände und Organisationen hat Burkhard Rodeck die Belange der Kinder- und Jugendmedizin im ersten Jahr seiner Amtszeit klar formuliert. „Ganz besonders freut mich, dass nach jahrelanger Arbeit der DGKJ das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) schließlich die Umsetzung eines Deutschen Forschungszentrums für Kindergesundheit in seinem Haushalt berücksichtigt und fest zugesagt hat. Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Verbesserung der Versorgungssituation unserer Kinder und Jugendlichen. Bei der Ausgestaltung und Konzipierung des Zentrums unterstützen wir natürlich sehr gern“, so Rodeck. Das Ministerium hatte im September 2018 den Start für das Forschungszentrum gemeldet. Ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren solle zu Beginn 2019 eingeleitet werden.

Die gesetzlichen Vorgaben in Sachen gesunder Ernährung und Verbraucherinformation müssen verschärft werden!

Ein weiteres Thema von hoher Priorität ist die gesunde Ernährung. Das gilt besonders für die vulnerable Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen, bei der mit Maßnahmen der Verhaltens- und der Verhältnisprävention langfristig am meisten erreicht werden kann. Mit Beteiligung der DGKJ und anderer einschlägiger Organisationen hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Form des Runden Tisches eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz auf den Weg gebracht. An den Gesprächen nahmen neben Fachgesellschaften und Verbänden der Gesundheitsversorgung auch Vertreter der Lebensmittelindustrie teil. Burkhard Rodeck erklärt dazu: „Bei aller Konsensorientierung müssen die bisherigen gesetzlichen Vorgaben in Sachen gesunder Ernährung und Verbraucherinformation ganz klar stärker reglementiert werden. Auch die jetzige Formulierung der Grundsatzvereinbarung mit Vertretern der Lebensmittelindustrie zur Nationalen Reduktionsstrategie ist uns und anderen Vertretern aus der Medizin, die am Runden Tisch beteiligt sind, zu milde. Da bedarf es noch einiger Schärfungen! Der Dialog zur Reduktionsstrategie zwischen mitwirkenden Organisationen und dem Ministerium ist zunächst einmal auf einem guten Weg. Ich danke an dieser Stelle insbesondere Herrn Prof. Dr. med. Berthold Koletzko, der als Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission unsere Fachgesellschaft engagiert vertritt und wissenschaftlich fundiert aktiv an diesem herausfordernden Prozess mitwirkt.“

Im kommenden Jahr wird sich die DGKJ weiter für die Verbesserung der Arzneimittelsicherheit für Kinder und Jugendliche und einsetzen, um Arzneimitteltherapien bei Kindern und Jugendlichen zuverlässiger und sicherer gestalten zu können. Auch die Finanzierungsproblematik der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin, die mit ihrem hohen Personalbedarf nicht auf der Seite der Gewinner in unserem ökonomisierten System stehen, wird weiter auf der politischen Agenda stehen.

„Bei den zahlreichen vielseitigen Gesprächen konnte ich mich angeregt austauschen. Dabei hat sich allerdings wiederholt gezeigt, dass die Kinder- und Jugendmedizin in Gesetzgebung und Selbstverwaltung definitiv nicht ausreichend präsent ist und die Berücksichtigung findet, die ihr eigentlich selbstverständlich zukommen muss. Das entsprechend zu ändern, ist und bleibt das Hauptziel der politischen Arbeit der DGKJ – wir haben also noch viel Redebedarf“, verspricht der Generalsekretär.

Juliane Schmidt, Geschäftsstelle der DGKJ