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Nachhaltige Programme statt „Projektitis“ !

21.09.2018

Der DGKJ-Generalsekretär PD Dr. Rodeck war zu Gast bei der ZEIT DOCTOR Sprechstunde.

Bild: DGKJ
v.l.: C. Wüstenhagen (Moderatorin ZEIT), PD Dr. B. Rodeck (DGKJ), C. Heckmann (Leiterin Campus Rütli, Berlin), Dr. R. Brauksiepe MdB (Patientenbeauftragter der Bundesregierung), B. Proll (Landesinsitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg), nicht im Bild: Prof. Dr. K. Hurrelmann (Hertie School of Governance, Berlin)

Was bedeutet Gesundheitskompetenz? Und wo fängt sie an? - Zu diesen und mehr Fragen diskutierte am 19. September PD Dr. Burkhard Rodeck, DGKJ-Generalsekretär, gemeinsam mit Dr. Ralf Brauksiepe MdB, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, und weiteren Vertretern aus Gesundheitsversorgung/ -Forschung und Bildung bei der ZEIT DOCTOR Sprechstunde mit dem Thema „Ist Gesundheitsbildung Aufgabe der Schulen?“ in Berlin. Dabei tauschten sich die Podiumsteilnehmer zu verschiedenen Wegen zur Vermittlung und Stärkung von Gesundheitskompetenz bei Kindern und ihren Eltern aus.

Um die Gesundheitskompetenz ist es schlecht bestellt, mehr als 50 % unserer Bevölkerung verfügt nicht über eine ausreichende Kompetenz. In der Schule werden alle Kinder und Jugendliche erreicht unabhängig vom Bildungsniveau ihrer Herkunftsfamilie. Dr. Brauksiepe MdB warnte allerdings vor der Überlastung der Schulen mit zu vielen Projekten. Auch Dr. Rodeck unterstützte diese Aussage: „Projekte sind gut und wichtig, aber es darf nicht in eine regelrechte „Projektitis“ ausschlagen. Projekte enden immer nach einer bestimmten Zeit, wir brauchen aber Wege und Programme, die langfristig wirksam sind!“ Ein eigenes Fach „Gesundheit“ sei langfristig der sinnvollste Weg, Gesundheitkompetenz verlässlich zu vermitteln. Aktuell ließe sich die Vermittlung von Gesundheitswissen beispielsweise je nach Thematik in den Lehrplan an Schulen integrieren, etwa in den Biologie-Unterricht.

Vor allem in sozioökonomisch schlechter gestellten Familien ist Gesundheitsbildung durch Flyer, das Internet oder andere Medien allein schwierig. Der Generalsekretär der DGKJ betonte allerdings, dass Gesundheitskompetenz zwar auch, aber nicht nur Aufgabe der Schulen sei. „Gesundheitsbildung und die damit verbundene Prävention beginnen nicht erst in der Kita oder der Schule, sie beginnen eigentlich schon vor der Schwangerschaft. Und ohne die Einbeziehung der Eltern ist langfristige Gesundheitskompetenz bei Kindern nicht herstellbar. Alle Beteiligten beginnend mit Kindertagesstätten aber auch aus Gesundheitsberufen müssen komplementär an dem Thema arbeiten. Gesundheit sollte bei Schülern allerdings perspektivisch den gleichen Stellenwert haben wie die Schulfächer Mathe oder Deutsch.“ In Schulen sollte allerdings Gesundheit nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt werden.

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer einig: Wir haben die richtigen Ziele im Auge, das Problem ist erkannt. Es bestehen noch unterschiedliche Einschätzungen, welcher Weg dabei beschritten werden sollte.