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Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie: Richtiger Ansatz – aber zunächst auch nur das!

10.12.2018

Die DGKJ verfasste eine Stellungnahme und gab eine klare Bewertung zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ab.

Grundsätzlich begrüßt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), dass die Thematik der nicht übertragbaren chronischen Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 u.a. endlich auf der Agenda des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft steht. Erstmals wird die Lebensmittelindustrie in die Pflicht genommen, gesunde Produkte zu entwickeln. Das ist gut so - muss allerdings zwingend überprüft werden!

„Präventionsmaßnahmen müssen unbedingt in der besonders vulnerablen Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen ansetzen, um im weiteren Lebensverlauf wirksam zu werden“, so Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der DGKJ. Dazu hat die DGKJ neben anderen Verbänden Forderungen vorgelegt, die in dem jetzt vorliegenden Entwurf für eine Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft noch nicht ausreichend adressiert sind.

Wir brauchen

  • eine einfach verständliche Lebensmittelkennzeichnung analog einer Ampel wie z.B. den in Frankreich entwickelten Nutri-Score
  • ein Verbot für an Kinder gerichtete Werbung
  • klar definierte Ziele der Reduktionsstrategie (wie z. B. eine Reduktion von Zucker in Erfrischungsgetränken)
  • eine eindeutig festgelegte Zeitschiene, innerhalb derer die z. Zt. noch freiwillige Aktivität der Lebensmittelindustrie auf den vorgenannten Feldern überprüft wird schon vor 2015
  • politisch regulative Maßnahmen durch das Ministerium, wenn die Ziele nicht erreicht werden (wie z.B. schon jetzt eine Ankündigung von einem erhöhten Steuersatz auf überzuckerte Getränke).

Die DGKJ wird den weiteren Verlauf der Reduktions- und Innovationsstrategie sorgfältig beobachten und steht den politischen Entscheidungsträgern weiterhin mit wissenschaftlichem Rat zur Verfügung.

Lesen Sie hier  die vollständige Stellungnahme der DGKJ.