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„Optimaler“ Beginn einer parenteralen Ernährung

24.07.2018

Die DGKJ-Ernährungskommission hat Überlegungen zur Interpretation der PEPaNIC-Studie veröffentlicht.

In einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Multizenterstudie wurde bei 1440 pädiatrischen Intensivpatienten der Einfluss von früher (innerhalb von 24 h nach Aufnahme auf die Intensivstation) vs. später parenteraler Ernährung (PN; Beginn ab dem 8. Tag nach Aufnahme auf die Intensivstation) auf den Behandlungserfolg untersucht (Early Versus Late Parenteral Nutrition in the Pediatric Intensive Care Unit [PEPaNIC] Study). Die Indikation zur PN wurde auf Grundlage eines „nutrition screening score“ gestellt. Wie bei einer nach ähnlichem Studienprotokoll durchgeführten Studie an erwachsenen Intensivpatienten kamen auch die Autoren der PEPaNIC-Studie zu dem Schluss, dass der späte Beginn von PN bei den untersuchten Patienten vorteilhaft gegenüber dem Start der PN innerhalb der ersten 24 Behandlungsstunden war.

Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) nimmt in der vorliegenden Veröffentlichung zu der Studie und der Interpretation der Autoren Stellung und folgert, dass die Ergebnisse der PEPaNIC-Studie nicht belegen, dass die Vermeidung einer PN in den ersten 8 Erkrankungstagen bei allen Patienten einer „pediatric intensive care unit“ (PICU) von Vorteil ist. Die derzeitige Datenlage erlaubt nicht die Schlussfolgerung, allen kritisch kranken Säuglingen, Kindern und Jugendlichen für die Dauer von einer Woche keine PN zuzuführen.

Auch nach dem Vorliegen der Ergebnisse der PEPaNIC-Studie sollte bei kritisch kranken Säuglingen, Kindern und Jugendlichen weiterhin unter Berücksichtigung von Krankheits- und Ernährungszustand zunächst eine orale oder eine enterale Nahrungszufuhr angestrebt und diese nach Bedarf und Toleranz schrittweise erhöht werden.