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Pflegeberufereform: DGKJ als Sachverständige

27.06.2018

Zur öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages am 25. Juni war die DGKJ als Sachverständige geladen.

Bild: DGKJ
Prof. Dr. Kölfen

Das Pflegeberufereformgesetz wurde 2017 beschlossen; die zugehörige Ausbildungs- und Prüfungsordnung in den Pflegeberufen steht noch aus. Diese wird der Deutsche Bundestag demnächst auf den Weg bringen. In einer öffentlichen Anhörung am 25. Juni 2018 konnten die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages Fragen an Vertreter einschlägiger Institutionen und Fachverbände richten. Als Sachverständiger vertrat Professor Dr. med. Wolfgang Kölfen dabei die DGKJ. Zuvor hatte sich die Fachgesellschaft bereits in einer schriftlichen Stellungnahme zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe klar positioniert.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer richtete sich mit einer Frage zu der in der Reform möglichen Reduzierung des pädiatrischen Pflichteinsatzes direkt an die DGKJ und bat um eine Einschätzung diesbezüglich. Denn laut Verordnung kann der Pflichteinsatz in der Pädiatrie bis Ende 2024 auf insgesamt bis zu 60 Stunden abgesenkt werden.

Bei der Beantwortung wies Prof. Dr. Kölfen auf die besonders vielfältigen Aufgabenfelder der Kinderkrankenpfleger hin. Es müsse sowohl die Attraktivität als auch die Qualität in der Ausbildung gesichert werden. „Eine entsprechende Kompetenz in der Kinderkrankenpflege muss gegeben sein und wird auch einfach von Eltern und Angehörigen erwartet“, erklärt er. Auch in der zuvor eingereichten Stellungnahme unterstrich die DGKJ die besonderen Anforderungen an eine qualitative stationäre Versorgung der Kinder und Jugendlichen; aus Sicht der DGKJ sind die generalistisch ausgebildeten Pflegekräfte mit 60 Std. Pflichteinsatz in der pädiatrischen Versorgung in keiner Weise dafür qualifiziert, Kinder zu pflegen. Dies sollte in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung deutlich werden. Außerdem merkte Prof. Kölfen an, dass auch das Lehrpersonal für den Unterricht qualifiziert sein und über Erfahrung in der Kinderkrankenpflege verfügen muss, denn „Matheunterricht soll ja auch nicht vom Deutschlehrer durchgeführt werden.“

Die vollständige schriftliche Stellungnahme der DGKJ zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) finden Sie hier.

Juliane Schmidt, Geschäftsstelle der DGKJ