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Presseinfo zum Deutschen Lebertag am 20.11.

19.11.2018

Immer häufiger sehen sich Kinder- und Jugendärzte Teenagern gegenüber, die alle Symptome einer vermeintlichen Alterserkrankung aufweisen.

Bild: DGKJ/Colourbox

Gemeinhin gelten höheres Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel und auch ein Diabetes als typisch für Patienten mit einer „Nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung“ (NAFL). Und obschon dies Profil für die große Mehrzahl der Erkrankten auch zutrifft, tritt mehr und mehr eine sehr viel jüngere Patientengruppe in den Vordergrund: Immer häufiger sehen sich Kinder- und Jugendärzte Teenagern gegenüber, die alle Symptome einer vermeintlichen Alterserkrankung aufweisen.

Lebensstil und Erkrankungsrisiko

„Hauptursache einer Fettleber-Erkrankung bleibt, ob jung oder alt, das Übergewicht oder gar eine Adipositas. Hier geht es eher um den Lebensstil des Patienten als um sein Alter“, erläutert PD Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), selbst Kinder-Gastroenterologe und damit auch Spezialist für Leber-Erkrankungen.  

Rodeck beschreibt den typischen Risikopatienten seines pädiatrischen Fachgebiets als „jung, männlich, adipös“. Jungen sind wesentlich häufiger von einer NAFL-Erkrankung betroffen als Mädchen, aufgrund männlicher Spezifika von Hormonen und Botenstoffen im Stoffwechsel: 48% aller an Adipositas erkrankten Jungen bis zu 19 Jahren weisen einen vermehrten Fettgehalt in der Leber auf, das entspricht per Definition über 5 % der Leberzellen.*

Bei stark übergewichtigen und adipösen Kindern müssten daher auch die Leberwerte im Blick behalten werden, betont Rodeck. Nur durch frühes Eingreifen könne eine gravierende Krankheitslast verhindert werden: „Im Idealfall durch Änderung des Lebensstils, der zu Übergewicht und Adipositas geführt hat!“. 

Kinder schützen

Die DGKJ setzt sich angesichts der zahlreichen Gesundheitsrisiken, die sich aus dem Übergewicht schon in jungen Jahren ergeben, für den Schutz von Kindern vor zu viel ungesunden Lebensmitteln ein. Geeignete Maßnahmen sind z.B. die Reduzierung von Zucker, gesättigtem Fett und Salz in Lebensmitteln, ein geringer Softdrink-Konsum, Mindeststandards für das Mittagessen in KiTa und Schule, eine einfache Kennzeichnung von Lebensmitteln wie im „Nutriscore“, Werbekontrollen bei der Zielgruppe „Kind“, eine Zuckersteuer. Erste politische Schritte sind bereits getan und müssten konsequent fortgesetzt werden, konstatiert der DGKJ-Generalsekretär.

Der Deutsche Lebertag informiert jedes Jahr am 20. November über Risiken, Prävention, Diagnose und Behandlung von Leberkrankheiten. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin tritt dafür ein, Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Prävention und Früherkennung von Gesundheitsproblemen zukommen zu lassen.


* Zahlen: Welsh JA et al. J Pediatr 2013;162:496-500 bzw. AWMF-Leitlinie Nr. 021-025Nicht- alkoholische Fettlebererkrankungen.

 

Pressekontakt:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
Dr. Sybille Lunau
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel. +49 30 3087779-14
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