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Freiwillige Zuckerreduktionsstrategie funktioniert nicht!

21.09.2018

Am 18.09.2018 sind die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Adipositas (DAG) aus der Plattform für Ernährung und Bewegung (PEB) ausgetreten. Die Plattform ist ein 2004 gegründetes offenes Bündnis mit ca. 100 Mitgliedern aus öffentlicher Hand, Wissenschaft, Lebensmittelindustrie, Sport, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft. Der Grund des Austritts war die Erkenntnis, dass die Lebensmittelindustrie ihren Fokus auf Bewegung setzt und nicht bereit ist, die Ernährung zu optimieren.

„Die heutige Vorstellung einer neue Marktstudie „So zuckrig sind Erfrischungsgetränke in Deutschland – immer noch“ von foodwatch zum Thema Prävention und Fehlernährung unterstreicht auf eindrucksvolle Weise die Richtigkeit der Austrittsentscheidung“ so Priv.-Doz. Dr. med. Burkhard Rodeck, der Generalsekretär der DGKJ. Der Anteil der überzuckerten Süßgetränke in unseren Supermärkten liegt in den letzten zwei Jahren nach wie vor bei deutlich über 50 %.

Mit der Austrittserklärung haben die drei Verbände ein Verbot der an Kinder gerichteten Werbung für ungesunde Ernährung, die Einführung einer leicht verständlichen Nährwertampel und die Einführung einer erhöhten Mehrwertsteuer für zuckerhaltige Getränke, die mehr als 5 g Zucker/ 100 ml enthalten, von den politisch Verantwortlichen gefordert. Das entspricht genau der „Limosteuer“, die foodwatch fordert. Foodwatch ist ein unabhängiger Verein, der Verbraucher auf dem Gebiet der Agrar- und Lebensmittelproduktion, des Handels und des Absatzes von Verbrauchsgütern sowie der Bereitstellung von Dienstleistungen berät und informiert.