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Verbraucher favorisieren Nutri-Score

30.09.2019

Die Umfrageergebnisse des Bundesernährungsministeriums bestätigen die Position der DGKJ.

Zu den heute vorgestellten Ergebnissen der Verbraucherumfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zu einem neuen Kennzeichnungssystem für Lebensmittel erklärt Prof. Dr. Berthold Koletzko von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ): „Das Ergebnis zeigt, dass die Verbraucher sich ein leicht und auf den ersten Blick verständliches Modell zur Lebensmittelkennzeichnung wünschen. Der von der DGKJ präferierte Nutri-Score erfüllt diese Kriterien. Wir unterstützen ausdrücklich die Nährwertkennzeichnung (NWK) in Form des Nutri-Scores, wie ihn auch Frankreich, Spanien und Belgien unterstützen. Dieser wurde nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelt und eingehend geprüft. Alle bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Art der Lebensmittelkennzeichnung zeigen eindeutig eine Überlegenheit des Nutri-Scores. Eine im August veröffentlichte forsa-Umfrage bestätigt das ganz klar auch für Deutschland. Darin bevorzugten 69 Prozent der befragten Personen den Nutri-Score gegenüber dem von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner in Auftrag gegebenen Kennzeichnungsmodell `Wegweiser Ernährung´. Umso mehr freut es uns, dass nun auch die eigens vom Ministerium durchgeführte Umfrage diese eindeutigen Ergebnisse nochmals bestätigt. Wir sind sicher, dass Bundesministerin Klöckner nun schnellstens die notwendigen Schritte einleitet, um den Nutri-Score auch in Deutschland einzuführen.“

Die DGKJ und zahlreiche weitere Fachgesellschaften und Organisationen hatten sich bereits in der Vergangenheit mehrfach für den Nutri-Score als Modell zur Lebensmittelkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackungen verarbeiteter Lebensmittel ausgesprochen. Denn auch wenn die Gesamtzahl der Kinder mit ernsten Gewichtsproblemen in den letzten Jahren auf hohem Niveau stagniert, so ist die soziale Ungleichheit für das Auftreten von krankhaftem Übergewicht (Adipositas) im Kindes- und Jugendalter im letzten Jahrzehnt stark angewachsen.

Aktuelle Zahlen aus der nationalen Kinder- und Jugendgesundheitsuntersuchung (KIGGS) belegen, dass die Häufigkeit der an Adipositas erkrankten Kinder und Jugendlichen bei niedrigem sozio-ökonomischen Status um mehr als das 4fache erhöht ist. Die DGKJ fordert daher seit langem effiziente politische Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht.

Die Einführung eines leicht und auf den ersten Blick verständlichen Kennzeichnungsmodells stellt einen grundlegenden Schritt auf dem Weg zu besseren Präventionsmaßnahmen im Rahmen der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz dar.