Meldungsarchiv

Arbeitsgemeinschaft „Digital Health in der Pädiatrie“

11.01.2018


von links: de Lafollie, Prof. Röhrig, Graubner, Lang

Bericht über die Gründungssitzung und zwei Symposien auf der GMDS- und der DGKJ-Jahrestagung 2017

Im Ergebnis einer eineinhalbjährigen Vorbereitungszeit wurde nach 44-jährigem Bestehen der Arbeitskreis Informationsverarbeitung in der Kinder- und Jugendmedizin (AK IKJ) in die Arbeitsgemeinschaft Digital Health in der Pädiatrie (AG DHP) überführt (siehe auch Forum der Medizin_Informatik und Medizin_Dokumentation (mdi), Heft 4/2016, S. 121-122).

Die AG DHP wird in ihren Aktivitäten von drei Organisationen getragen, nämlich der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Die Gründungssitzung der AG DHP fand am 21.9.2017 auf der 113. DGKJ-Jahrestagung in Köln statt. Es wurden eine Satzung angenommen und ein Vorstand gewählt, dem Vertreter der drei genannten Organisationen angehören: Dr. med. Jan de Laffolie (Gießen, DGKJ und GMDS) als 1. Vorsitzender sowie Prof. Dr. med. Rainer Röhrig (Oldenburg, GMDS) und Dr. med. Martin Lang (Augsburg, BVKJ) als stellvertretende Vorsitzende. Dabei wurde die bisherige Leitung des AK IKJ verabschiedet: Dr. med. Bernd Graubner (Göttingen, GMDS, DGKJ und BVKJ, Leiter seit 1993), Dr. med. Peter Göbel (Halle/Saale, DGKCH [Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie], stellvertretender Leiter seit 2006) und Dr. med. Reinhard Bartezky (Berlin, BVKJ, stellvertretender Leiter seit 2012).

Besonderer Dank ging an den Generalsekretär der DGKJ, Dr. med. Karl-Josef Eßer, der die Gründung dieser als eingetragener Verein geplanten Arbeitsgemeinschaft über eineinhalb Jahre tatkräftig gefördert hatte, und Dr. med. Bernd Graubner, dem langjährigen Leiter des Arbeitskreises, der über Jahrzehnte dessen interdisziplinäre Arbeit geprägt hat.

Angesichts dieser und seiner anderen fachübergreifenden Tätigkeiten auf den Gebieten der medizinischen Dokumentation und Klassifikation und der Pädiatrie wurde er auf den Jahrestagungen 2017 mit den Ehrenmitgliedschaften der GMDS und der DGKJ ausgezeichnet.

Die AG DHP hat sich für ihre Arbeit unter anderem folgende Ziele gestellt:

•           Analyse und Bewertung vorhandener Verfahren (insbesondere von Apps),

•           Verbesserung der medizinischen Versorgung durch Verfahren der digitalisierten Medizin,

•           Sicherung pädiatrischer Aspekte bei der Entwicklung entsprechender neuer Verfahren,

•           Förderung oder Durchführung von wissenschaftlichen Studien und Projekten auf diesem Gebiet,

•           umfangreiche Kooperation mit entsprechenden Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen,

•           Bündelung von Kompetenzen der DGKJ, der GMDS und des BVKJ,

•           Funktion als Expertengremien für Anfragen und Stellungnahmen.

AK IKJ und AG DHP haben auf der 62. GMDS-Jahrestagung in Oldenburg am 19.9.2017 das Symposium „Informationsverarbeitung in Pädiatrie und Neonatologie“ unter den Vorsitzenden Dr. Jan de Laffolie und Janko Ahlbrandt (Heidelberg) durchgeführt.

Dr. Bernd Graubner gab dabei einen anschaulichen und unterhaltsamen Überblick über 44 Jahre AK IKJ und seine eigene 50-jährige Arbeit in der Medizinischen Informatik. Dr. Jan de Laffolie bot einen perspektivischen Ausblick auf wesentliche Gestaltungsfelder für die AG DHP, die Rolle von Big Data sowie die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Zuletzt referierte Prof. Dr. Rainer Röhrig über die Anforderungen an Patientendatenmanagement-Systeme (PDMS) in Pädiatrie und Neonatologie und berichtete von der umfangreichen Projektarbeit zwischen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der GMDS und der DGKJ.

Letztmalig war der AK IKJ auf der 113. DGKJ-Jahrestagung in Köln für die Vorbereitung und Durchführung eines Symposiums verantwortlich (seit Jahrzehnten war das eine seiner wesentlichen Außenaktivitäten), dieses Mal in Kooperation mit der AG DHP und der Gesellschaft für Neonatologie und Intensivmedizin (GNPI), vertreten durch Prof. Dr. med. Christian von Schnakenburg.

Das Symposium „Digitalisierung auf neonatologischen und pädiatrischen Intensivstationen (NICU und PICU): Patientendatenmanagement-Systeme (PDMS), Apps, Anforderungen und Rahmenbedingungen“ fand am 21.9.2017 statt. Dr. med. Andreas Klausen (Oldenburg) referierte gemeinsam mit Prof. Dr. Rainer Röhrig über „PDMS – Was brauchen Kinder, was Erwachsene nicht brauchen?“. Hieran folgte eine lebhafte Diskussion der Anreizstrukturen für Softwareunternehmen sowie der unterschiedlichen Anforderungen und Umsetzungsformen.

Frau Dr. phil. Julia Inthorn (Mainz) sprach über ethische Aspekte der Digitalisierung in der pädiatrischen Intensivmedizin und spannte hierbei einen weiten Bogen auch über die Grenzen der Intensivmedizin in die pädiatrische Praxis. Prof. Dr. med. Dr.-Ing. Michael Marschollek (Hannover) referierte über Chancen und Risiken der Digitalisierung in der pädiatrischen Intensivmedizin, auch hier ergab sich eine Diskussion mit den Teilnehmern über Zukunft und gegenwärtige Gestaltungsrealität.

Die Präsentationen aller Vorträge und weitere Dokumentationen dieser beiden Symposien (und aller vorherigen seit 2008) sind zu finden auf den GMDS-Webseiten unter https://gmds.de/aktivitaeten/medizinische-informatik/arbeitskreisseiten/informationsverarbeitung-in-der-kinder-und-jugendmedizin-ak-ikj/ sowie aus historischen Gründen hauptsächlich auf den Webseiten der Arbeitsgruppe „Medizinische Dokumentation und Klassifikation (AG MDK)“: http://www.imbi.uni-freiburg.de/medinf/gmds-ag-mdk/ und später auch auf der im Aufbau befindlichen Homepage der AG DHP (https://gmds.de/aktivitaeten/medizinische-informatik/arbeitskreisseiten/digital-health-in-der-paediatrie/).

Alle an der Arbeit der AG DHP interessierten und ihren Zielen verpflichteten Kolleginnen und Kollegen laden wir herzlich ein, deren Mitglied zu werden.

Jan de Laffolie, Gießen

Bernd Graubner, Göttingen

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