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Kompromissvorschläge in der Debatte um die Pflegeberufereform

16.01.2017


- In die Debatte um die Pflegeberufsreform fließen aktuell mehrere Kompromissvorschläge ein, die die Grundidee der Generalisierung retten sollen, indem sie die fachliche Kritik aufnehmen und parallele Ausbildungswege für die neue einheitliche Pflegeausbildung und weiterhin für die spezialisierte Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege anbieten wollen.

Dazu Dr. Karl-Josef Eßer, Generalsekretär der DGKJ: „In dieser Debatte geht etwas Zentrales völlig unter: das Recht des kranken Kindes auf eine gute Pflege in hoher Qualität, wie es die Fachausbildung bislang gesichert hat. Und genau hieran müsste sich jeder Reformansatz und Vorschlag messen lassen. Aus Sicht der wissenschaftlichen Kinder- und Jugendmedizin hat sich hierfür bislang noch keine neue Perspektive ergeben.“

Mögliche Alternativen für die Pflegeausbildung müssten zuerst präzise, in angemessener Größenordnung und über einen ausreichenden Zeitraum evaluiert werden, um die Auswirkungen auf den Patienten und auch auf die Pflegenden einschätzen zu können.

Ein weiterer Kompromissvorschlag, wie er laut Ärztezeitung vom 13.1.2017 der SPD-Bundestagsfraktion vorliegt, sieht eine Übergangsfrist von zehn Jahren für die Reform vor. So könnten sich Ausbildungsträger für einen der Ausbildungswege entscheiden und hätten damit Planungssicherheit bis 2030. Bis dahin würden die bisherige Ausbildung für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege genau wie die neue generalisierte Ausbildung angeboten werden können.

Die DGKJ befürchtet, dass sich bei dieser Option die Pflegeschulen schon aufgrund der geringen Schülerzahl gegen die Kinderkrankenpflege entscheiden:  Die 6.500 Kinderkrankenpflegerinnen und –pfleger in Ausbildung machen rund 5% aller Pflegeschüler innen und –schüler aus. Darüber hinaus könnten die generalistisch ausgebildeten Pflegenden überall eingesetzt werden, auch in der Pflege von Kindern. Dadurch wäre schon mittelfristig mit einer Verschlechterung der Pflegequalität auf Kinderstationen zu rechnen. Der Rückgang der speziell für die Kinder- und Jugendmedizin ausgebildeten Fachkräfte würde durch diesen Kompromissvorschlag allenfalls verlangsamt werden.

- Die Zukunftssicherung einer guten Pflege von Kindern sieht anders aus.

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