- Anmeldung
- Ansprechpartner/-innen
- Programmübersicht
Individualisierte Arzneimitteltherapie: sind genetische Einflüsse bzw. Arzneimittelwechselwirkungen relevant?
Modul 3: Mittwoch, 25.03.2026, 18 Uhr
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Pharmakotherapie bei Kindern, insbesondere Frühgeborenen, Neugeborenen und Säuglingen, wird durch einen Mangel an qualitativ hochwertigen Daten aus prospektiven klinischen Arzneimittelstudien eingeschränkt. Eine besondere Herausforderung ist die Etablierung valider Biomarker. OMICs-Technologien können diese Bemühungen durch ergänzende Informationen über zielgerichtete und nicht zielgerichtete Moleküle durch systematische Charakterisierung und Quantifizierung biologischer Proben unterstützen. OMICs-Technologien umfassen neben dem Phänotyp des Patienten/ der Patientin Informationen, die das Genom, das Epigenom, das Transkriptom, das Proteom, das Metabolom und das Microbiom angehen. Sie sind teilweise hypothesengenerierend und ermöglichen ein tiefgreifendes Verständnis der Krankheitspathophysiologie und pharmakologischer Mechanismen. Die Anwendung von OMICs-Technologien in der Pädiatrie steht vor großen Herausforderungen, bevor sie routinemäßig eingeführt werden kann. Physiologische Entwicklungsprozesse bei Kindern müssen berücksichtigt werden, einschließlich einer Unterteilung in definierte Altersgruppen, da sich Entwicklungsveränderungen auf OMICs-Daten auswirken. Darüber hinaus ist die Anzahl der Patient/-innen im Vergleich zur erwachsenen Bevölkerung begrenzt, ebenso wie die Art und Menge des erforderlichen Biomaterials, insbesondere bei Neugeborenen und Frühgeborenen. Daher sollten fortschrittliche Versuchsdesigns und biostatistische Methoden, nichtinvasive Biomarker, innovative Biobanking-Konzepte sowie analytische Ansätze (z. B. Liquid biopsy) in Angriff genommen werden. Oberstes Ziel ist es, OMICs-Technologien frühzeitig mit innovativen Analysewerkzeugen, wie beispielsweise künstlicher Intelligenz, zu verknüpfen. Die Nutzung von OMICs-Daten auf der Grundlage eines praktikablen Ansatzes wird zur Identifizierung komplexer Phänotypen und Subpopulationen von Patienten beitragen, um die Entwicklung von Arzneimitteln für Kinder mit potenziellen wirtschaftlichen Vorteilen zu verbessern.
Neben den OMICs-Technologien sollen auch Arzneimittelinteraktionen in diesem Modul betrachtet werden, da diese zu erwünschten, aber auch zu verminderten und unerwünschten Wirkungen führen können. Ihre Kenntnis ist von großer Bedeutung für eine sichere und wirksame Arzneimitteltherapie, die in der Pädiatrie per se von großen Herausforderungen geprägt ist. Das Modul vermittelt pharmakologische Grundlagen und stellt die wichtigsten Interaktionen und deren klinische Relevanz vor. Es werden insbesondere Alltagsbeispiele relevanter Interaktionen vorgestellt.
Referenten: Prof. Dr. Bernhard Erdlenbruch und Prof. Dr. Matthias Schwab
