Eröffnungsrede 2018_Forts.



Die Gestaltung und der Erfolg eines solchen Forschungszentrums ist keine alleinige akademische Angelegenheit. Kinder- und Jugendmedizin gehört zu den Lebenswissenschaften und sie ist eine akademische Disziplin. Aber sie umfasst ein Kontinuum, das von den universitären, forschungsintensiven Einrichtungen über klinische Versorgungsstrukturen bis zur ambulanten Pädiatrie reicht. Keiner dieser Bereiche kann sinnvoll für sich alleine existieren. Ohne Universitäten würden wir keinen Fortschritt haben, ohne kommunale Kliniken würde der Fortschritt nicht zu den Menschen kommen, und ohne ambulante Pädiatrie wäre es nur schwer möglich, Grundversorgung und vor allem Prävention in der Fläche zu realisieren.

Dieser gesellschaftlichen Bedeutung sollten wir uns stets bewusst sein, wir sollten sie gemeinsam immer wieder mit neuem Leben füllen, anstatt unsere Energie in gegenseitige Abgrenzung zu investieren.

Und ich möchte Ihnen im Folgenden an ein paar Beispielen zeigen, wie wir in den letzten Jahren / im letzten Jahr mit einer Stimme gesprochen haben – hier ist für mich auch mein Vorgänger, Herr Prof. Mayatepek, ein großes Vorbild. Dieser einheitlichen politischen Aktivität ist sicher zu verdanken, dass im Koalitionsvertrag Kinder- und Jugendmedizin eine große Rolle spielt. Eingeleitet von dem schönen, paradigmatischen Satz von Maria Montessori „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“ steht da weiter:Die Belange und die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen bedürfen der besonderen Berücksichtigung im Gesundheitswesen, in Medizin und Forschung.“

Ein paar Beispiele für solche gemeinsamen politischen  Aktionen:

  • die Wahlbausteine: Hier haben sich zusammengeschlossen unter dem Dach der DAKJ mit Herrn Prof.Huppertz als ihrem Generalsekretär neben der DGKJ, der Berufsverband mit seinem Präsidenten Dr. Fischbach und die DGSPJ mit ihrer Präsidentin Frau Prof.Thyen
  • das Parlamentarische Frühstück der DAKJ: Herr Fischbach und ich haben einer großen Zahl von interessierten Abgeordneten im Hinblick auf die Perspektiven der Pädiatrie versucht, Probleme und Chancen aufzuzeigen
  • zwei Unterschriftenaktionen zur Pflegeproblematik: ein Konsensuspapier zur Situation der  der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und ein gemeinsames Schreiben zur Definition von Untergrenzen in der Pflege.

Innerhalb der DGKJ werden viele Themen und Anfragen aus der Breite der Pädiatrie bearbeitet, –  und es ist beeindruckend, wie viele Experten einzeln oder aus der AG und Kommissionsarbeit, rasch und kompetent bereit sind Stellung zu nehmen. Für all dieses ehrenamtliche Engagement möchte ich Ihnen sehr herzlich danken. Ohne solches Engagement könnten alle unsere Gesellschaften nicht funktionieren!

Ein paar Worte zu etwas, das mir sehr am Herzen liegt: die Förderung des Nachwuchses. Die DGKJ ist eine sehr junge Gesellschaft – etwa ein Viertel unserer Mitglieder sind bis 35 Jahre und die Hälfte bis 45 Jahre alt. Junge Ärztinnen und Ärzte sind also ein wichtiger Teil der DGKJ. Sie können ganz wesentlich die Entwicklung einer modernen, durchschlagskräftigen Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland mit gestalten, für die es sich lohnt zu streiten, ob es nun Aspekte der Krankenversorgung, der Forschung oder auch der übergreifenden politischen Arbeit betrifft.

Daher hat die DGKJ viele Angebote für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung:

  • Assistentenkolloquien – DGKJ übernimmt Fahrtkosten
  • Kompetenztraining – Kommunikation/Forschung
  • Repetitorien
  • Neu hier – auf der Jahrestagung
  • ‚Junge DGKJ‘
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  • DZG