Modellprojekt "Soziale Prävention in der Kinder- und Jugendarztpraxis“

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin entwickelte unter Einbeziehung vieler anderer Akteure das Konzept „Soziale Prävention“. Daraus entstand das NRW-Modellprojekt „Soziale Prävention in der Kinder- und Jugendarztpraxis“, das vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

Das Projekt erprobt ein Modell für ein systematisches Zugangsmanagement zwischen Arztpraxis und den Angeboten der Frühen Hilfen in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von der sozioökonomischen Lage der Eltern und durch Stärkung der Elternkompetenz, zu erreichen. In den pädiatrischen Praxen soll in diesem Kontext die Früherkennung von psychosozialen Belastungen und negativen Einflüssen für die Kindergesundheit durch den Einbezug eines multi-professionellen Teams verbessert werden, um die Hürde für die Inanspruchnahme von frühzeitigen, passgenauen Unterstützungsleistungen bei Eltern und Kindern abzusenken.

An drei Modellstandorten in Nordrhein-Westfalen sollen Mitarbeitende der Jugendhilfe hierzu regelmäßige Sprechzeiten in den Räumen der Kinder- und Jugendarztpraxis anbieten, um Familien beraten zu können. Sie koordinieren für diese Familien Beratungsabläufe und kooperieren mit weiteren Netzwerkakteuren.

Evaluiert werden - neben der Belastungssituation in den Familien - die Akzeptanz des niedrigschwelligen Angebots in den Praxen, die potentielle Entlastung der Pädiaterinnen und Pädiater und die Funktionsfähigkeit des Netzwerks, um die Tragfähigkeit des multiprofessionellen Ansatzes zu prüfen. Das Projektende ist auf Dezember 2019 festgesetzt.

Das Gesundheitsministerium NRW fördert das Modellprojekt der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin seit Oktober 2016.

Die Projektleitung hat Dr. med. Karl-Josef Eßer inne. Das Institut für Soziale Arbeit e.V., Münster, übernimmt als Kooperationspartner die Projektkoordination; die Forschungsgruppe Prävention im Kinder- und Jugendalter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ist für die Evaluation zuständig.

 

Kontakt:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Dr. Karl-Josef Eßer
office(at)dgkj.de
+49 30 3087779-0