2017 Eröffnungsrede DGKJ-Präsident Prof. Dr. Ertan Mayatapek (Teil 1)

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Die Ansprache des DGKJ-Präsidenten Prof. Mayatepek im Rahmen der Eröffnungsfeier des Kongresses für Kinder- und Jugendmedizin am 21. September 2017 in Köln stand ganz im Zeichen der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Kinder- und Jugendmedizin.

Zu Beginn begrüßte er alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des gemeinsamen Kongresses und neben den Tagungspräsidenten auch die Präsidenten mitveranstaltenden Gesellschaften und Verbände. Im Anschluss gedachte er den Mitgliedern, deren Tod seit der letzten Jahrestagung in Hamburg bekannt geworden ist. Stellvertretend würdigte er einige der verstorbenen Kolleginnen und Kollegen, die sich in besonderer Weise um die Kinder- und Jugendmedizin verdient gemacht haben. Er sprach den Angehörigen sein Beileid aus und betonte, dass die Verstorbenen in ehrendem Angedenken gehalten werden.

In seiner weiteren Ansprache ging er auf eine Auswahl der wichtigsten Themen die Kinder- und Jugendmedizin betreffend seit dem letzten Kongress in Hamburg ein.

Pflegeberufereformgesetz

Prof. Mayatepek führte aus, dass das Pflegeberufereformgesetz am 22. Juni 2017 vom Deutschen Bundestag verabschiedet worden sei und, dass auch der Deutsche Bundesrat bereits zugestimmt habe. Er bedauerte sehr, dass sich der Deutsche Bundestag gerade in der Phase vor der Abstimmung nicht genügend Zeit gegeben habe, um die letzte Fassung der Reform mit der nötigen Sorgfalt und unter Beteiligung der Fachöffentlichkeit zu diskutieren. Die Gesellschaften und Verbände der Kinder- und Jugendmedizin hatten eine weitere Öffentliche Anhörung gefordert. Die Kinder- und Jugendmedizin hatte - wie andere Kritiker auch - gefordert, dass die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vor Verabschiedung des Gesetzes vorgelegt wird. Dies sei leider nicht erfolgt.

Er mahnte an, dass weiterhin wichtige Punkte offen seien. Insbesondere fehlen konkrete Stundenzahlen für kinder- und jugendspezifische Themen und Praxiseinsätze. Er betonte, dass die Ausbildung zur Kinderkrankenpflege dort stattfinden sollte, wo es auch eine Fachabteilung bzw. Klinik für Kinder- und Jugendmedizin gibt. Diese für eine qualifizierte Ausbildung naheliegende Bedingung habe sich im verabschiedeten Text aber auch nicht niedergeschlagen.

Die aus seiner Sicht aktuell entscheidende Passage des Gesetzes schreibe fest, dass die Auszubildenden nach zwei Jahren wählen können, ob sie den Weg der generalistischen Ausbildung fortsetzen mit Vertiefung im Bereich pädiatrische Versorgung oder ob sie das dritte Jahr der Ausbildung für die Spezialisierung Kinderkrankenpflege nutzen wollen (als Abschluß dann Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in).

Er führte weiter aus, dass die aktuelle Planung vorsehe, die Reform im Jahr 2020 umzusetzen. Nach weiteren sechs Jahren wird dann erhoben werden, wie sich das Gros der Auszubildenden entschieden hat und ob sich das weiterführende Angebot einer spezialisierten Ausbildung bewährt hat.

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