2017 Eröffnungsrede DGKJ-Präsident Prof. Dr. Ertan Mayatapek (Teil 2)

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Prof. Mayatepek stellte besonders heraus, dass die Gesellschaften und Verbände der Kinder- und Jugendmedizin damit gemeinsam zumindest einen sehr wichtigen Schritt erreicht haben. Durch den jetzt verabschiedeten Kompromiss böte sich auch für die Zukunft die Möglichkeit einer qualifizierten Spezialisierung und somit weiterhin die Chance für die Kinderkrankenpflege als attraktiver Fachberuf erhalten zu bleiben. Dies sei gerade in den Zeiten des Pflegenotstandes, in denen wir uns bereits befänden, von besonderer Bedeutung. Er appellierte eindringlich, sich jetzt weiterhin gemeinsam dafür einzusetzen, dass theoretische und praktische Ausbildungsinhalte unter Berücksichtigung der altersspezifischen Bedürfnisse fest definiert werden und dass sich möglichst viele im dritten Jahr der Ausbildung für die Spezialisierung zur Kinderkrankenpflege entscheiden. Eine entsprechende Berufsbezeichnung im Sinne „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger bzw. -pflegerin“ müsse unbedingt erhalten bleiben.

Prof. Mayatepek wies ausdrücklich darauf hin, dass die Zusammenarbeit der vielen Gesellschaften, Verbände und Organisationen im Rahmen der Pflegeausbildungsreform hervorragend war. Dies zeige, dass man gemeinsam etwas bewegen könne.  Für diese gute Zusammenarbeit dankte er allen Partnern herzlich.

Forschungsstrukturen schaffen – Kindergesundheit stärken

Im Weiteren ging Prof. Mayatepek darauf ein, dass sich das Krankheitsspektrum von Kindern und Jugendlichen hin zu länger andauernden, teils lebensbegleitenden Belastungen verschiebe. Er erläuterte, dass gemäß der KIGGS-Studie des Robert Koch-Instituts jedes 6. Kind an chronischen Krankheiten oder Gesundheitsproblemen leide.

Um verbesserte präventive, diagnostische und therapeutische Strategien zu entwickeln, bedürfe es einer zielgerichteten Forschung zur Kindergesundheit. Er führte aus, dass in anderen Ländern wie z.B. in Großbritannien nationale Forschungseinrichtungen für Kindergesundheit mit großem Erfolg arbeiten. Dort würden seit Jahrzehnten Grundlagen geschaffen, um Krankheiten, die die Gesundheit lebenslang beeinträchtigen können, erfolgreich zu therapieren oder ihnen im besten Fall wirksam vorzubeugen.

Prof. Mayatepek berichtete, dass von Seiten der DGKJ in den letzten Jahren intensive Gespräche mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung geführt worden seien um eine nationale Forschungsinstitution für Kinder- und Jugendmedizin einzurichten. Er betonte ausdrücklich, dass die Kinder- und Jugendmedizin ein eigenständiger Bereich ist, der in keiner Weise von den bisher bestehenden Gesundheitszentren abgedeckt wird.

Er führte weiter aus, dass die Hochschulkommission der DGKJ ein Arbeitspapier für ein Forschungszentrum entwickelt habe, das die in Deutschland vorhandenen Strukturen in Wissenschaft und Forschung zusammenführen und ausbauen soll, um so effektiv und zielgerichtet das Wissen um die Kindergesundheit zu verbessern. Einen entsprechenden Flyer könne man über die DGKJ beziehen. Im Rahmen eines solchen Forschungsprogramms sollten zentrale Inhalte des medizinischen Spektrums abgedeckt werden: Prävention, Grundlagenforschung und Versorgung.

In diesem Zusammenhang berichte der DGKJ-Präsident, dass die Bundeskanzlerin im März 2017 im Rahmen der Eröffnung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn angekündigt hat, auch der Gesundheit unserer Kinder einen höheren Stellenwert einräumen zu wollen und ein Deutsches Zentrum für Gesundheitsforschung für die Kinder- und Jugendmedizin zu schaffen. Dies spiegele sich u.a. auch im aktuellen Wahlprogrammen der CDU/CSU wieder. Dort stehe beispielsweise: „Die Forschung zur Behandlung weiterer Volkskrankheiten sowie zur Kinder- und Jugendmedizin bauen wir aus."

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