2017 Eröffnungsrede DGKJ-Präsident Prof. Dr. Ertan Mayatapek (Teil 3)

Prof. Mayatepek betonte ausdrücklich, dass er die feste Verankerung in der Politik und den aktuellen Sachstand als einen sehr wichtigen Erfolg des politischen Engagements im vergangenen Jahr ansehe. Er kündigte an, dass die DGKJ dieses Thema weiterhin mit Nachdruck in die Politik tragen werde bis es in der nächsten Legislaturperiode konkret umgesetzt sei.

Gleiche gesundheitliche Chancen für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Prof. Mayatepek erläuterte, dass die pädiatrischen Gesellschaften und Verbände in diesem Jahr in einem sehr konstruktiven Prozess erstmals ein gemeinsames politisches Forderungspapier bzw. Eckpunktepapier verabschiedet haben. Er betrachte dies als einen Meilenstein und Ausdruck gemeinschaftlichen Handelns und Verantwortung.

Unter dem Titel „Gleiche gesundheitliche Chancen für Kinder und Jugendliche in Deutschland“ identifizieren BVKJ, DAKJ, DGKJ und DGSPJ vorrangige Missstände in der gesundheitlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen und leiten daraus konkrete politische Handlungsvorschläge ab. Dieses Papier sei die Grundlage für das was sich die Kinder- und Jugendmedizin für die zukünftige Koalitionsvereinbarung erhoffe und für die weiteren politischen Aktivitäten.

Er griff exemplarisch drei Aspekte aus den gemeinsamen Forderungen heraus:

a) Sicherstellung der Versorgung: Der Versorgungsbedarf sei durch an der Versorgungsrealität orientierte Konzepte zu ermitteln, wobei regionale Besonderheiten Berücksichtigung finden sollen. Kinder und Jugendliche dürften in der spezialärztlichen Versorgung – stationär wie ambulant – nicht gegenüber Erwachsenen benachteiligt werden. Die unzureichende Finanzierung von Kinderkliniken habe in den letzten Jahren viele der gesundheitspolitischen Aktivitäten geprägt. Die Gesellschaften und Verbände fordern die Entkopplung der Kinder- und Jugendmedizin vom Fallvergütungssystem der Erwachsenenmedizin. Zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung sollte es eine Finanzierungskomponente geben, die die Fixkosten zur Gewährleistung einer Mindestqualität abdeckt.

b) Vernetzung: Die Finanzierung der Versorgungsstrukturen und Sicherungssysteme für Kinder und Jugendliche müsse sektorenübergreifend und unbürokratischer erfolgen. SGB V und SGB VIII seien den Erfordernissen einer besseren Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes anzupassen, wobei auch Translation und Transition optimiert werden müssen.

c) Prävention: Gesundheitsförderung und Prävention müssen im Leistungskatalog der Krankenversicherung gestärkt werden, wobei die Akteure des Gesundheitswesens bei der Versorgung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher sowie ihrer Familien eng einzubeziehen sind.

Er verwies darauf, dass der gesamte Text des Eckpunktepapiers über die Webseiten der Gesellschaften und Verbände abzurufen sei. 

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