Die Junge DGKJ im Gespräch - Rückblick



Rückblick Mini-Mentoring für Studierende am 20.10.2021

In unserer zweiten Ausgabe der neuen Talkrunde „Die Junge DGKJ im Gespräch…“  sind wir gemeinsam mit Studierenden und Frau Professor Krägeloh-Mann der Frage nachgegangen, wie man sich bereits während seines Studiums bestmöglich auf eine Karriere in der Kinder- und Jugendmedizin vorbereiten kann.

Ganz zentral und immer wiederkehrend war hier der Begriff der Authentizität. Sowohl während des Vorstellungsgespräches als auch in der täglichen Arbeit als Kinderarzt/Kinderärztin ist es entscheidend, sich unverfälscht zu präsentieren. Das beginnt bei der persönlichen Note im Bewerbungsanschreiben und endet beim Auftreten im Vorstellungsgespräch. Hier zählt oft der erste Eindruck. Also vielleicht einfach die Bewerbungsunterlagen persönlich im Sekretariat abgeben! Die alten Hasen unter uns wissen, wie wichtig ein guter Draht zur Chefarzt-Sekretärin oft sein kann =)

Frau Prof. Krägeloh-Mann ermutigte die Studierenden während des Vorstellungsgespräches Initiative zu ergreifen, Fragen zu stellen und sich dadurch von anderen Bewerber*innen abzugrenzen. Natürlich sollte man dem Gegenüber mit dem nötigen Respekt begegnen, aber auch klar kommunizieren, warum man sich gerade für das Fach Kinder- und Jugendmedizin entschieden hat und warum gerade diese Klinik so interessant ist. Die Mischung macht‘s!

Denn sowohl Kolleg*innen als auch die kleinen Patient*innen und ihre Eltern durchschauen schnell, wer aufrichtig und empathisch ist.

Generell empfiehlt es sich, frühzeitig Interesse zu bekunden. Das kann in Form eines Jobs als studentische Hilfskraft in der Kinderklinik oder durch eine Promotion in der Kinder- und Jugendmedizin in die Tat umgesetzt werden. Hier kann man frühzeitig Kontakte knüpfen, aber auch seinen fachlichen Horizont erweitern und den potenziellen Arbeitgeber von seiner Qualifikation überzeugen. Einige Universitäten bieten hier auch spezielle interne Programme zur Vorbereitung auf die Promotion an. Also: Informieren lohnt sich!

Dennoch betonte Frau Prof. Krägeloh-Mann, dass beispielsweise die Promotion im Fach Kinder- und Jugendmedizin für sie nicht zwingende Voraussetzung für einen Bewerber/eine Bewerberin sei. Für eine wissenschaftliche Karriere ist es aber sicher sinnvoll, bereits im Studium Qualifikationen im Bereich wissenschaftliches Arbeiten z.B. im Rahmen der Promotion, in welchem Fachgebiet auch immer, erworben zu haben. Wenn die Promotion zu einer guten Publikation mit gut platzierter Autorenschaft geführt hat, ist das ebenfalls hilfreich.

Einige Fragen drehten sich auch um die Wahl der „richtigen“ Klinik für die Weiterbildung Kinder- und Jugendmedizin. Kleines Haus oder Uniklinik, wie findet man den passenden Arbeitsplatz?
Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Die gute Nachricht: es gibt keine Einbahnstraße in der Facharztweiterbildung. Wenn man aber eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, kann es sich lohnen, neben Famulaturen und PJ, einen Nebenjob oder auch eine Tätigkeit in einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe bereits in der zukünftigen Klinik, dann entsprechend Uniklinik, zu suchen. Auch eine Hospitation oder das persönliche Gespräch mit einem Assistentensprecher/einer Assistentensprecherin kann zur Entscheidungsfindung beitragen. Hier kann man sich auch ruhig trauen „unter vier Augen“ nochmal Fragen zu stellen, die man einem zukünftigen Chef/einer Chefin nicht stellen würde.

Fragen der Studierenden bezüglich eines Forschungsaufenthaltes und den Möglichkeiten zur Umsetzbarkeit von Weiterbildung und wissenschaftlicher Tätigkeit, konnte Frau Prof. Krägeloh-Mann durch hilfreiche Tipps beantworten, beispielsweise mit den Fördermöglichkeiten der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) für ein Stipendium im Anschluss an das Medizinstudium.

Großes Interesse war auch bei dem heiß diskutierten Thema von Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erkennen. Dass zum Glück mittlerweile ein Umdenken bei vielen Arbeitgeber*innen stattgefunden hat, konnte Frau Prof. Krägeloh-Mann glaubhaft versichern. Da gibt es ja auch schon einige Best-Practice-Modelle. Dass Karriere und Familie dennoch gut geplant sein sollten (so weit das eben in der Realität möglich ist), steht dennoch außer Frage. So empfiehlt es sich beispielsweise das „Nadelöhr“ Intensivstation idealerweise vor der Familienplanung abzuschließen oder einen Teil der Facharztweiterbildung im ambulanten Bereich zu absolvieren, was oftmals familienfreundlichere Arbeitszeiten bieten kann.

Aber auch hier empfiehlt es sich offen und ehrlich frühzeitig mit dem Chef/der Chefin zu kommunizieren, wie beispielsweise die Beschäftigung von Schwangeren klinikspezifisch gehandhabt wird und welche Teilzeitmodelle existieren. Es gilt ganz klar die Devise: gut ausgebildete Kinder- und Jugendärzt*innen gibt es nicht wie Sand am Meer und deshalb dürfen und sollen die Bedürfnisse der jungen Generation auch ernst genommen werden. Dann klappt es auch mit der Work-Smile-Balance!

Wir von der Jungen DGKJ sind total begeistert, wie groß die Begeisterung für unser Fach ist und freuen uns auf weiteren Austausch!

Clara Boxler, Franziska Krampe, Irmina Zużewicz und Iris Eckhardt