AG Lehre



AG Lehre

Jahresbericht 2021

2021 wurden in die AG Lehre berufen: Prof. Dr. Joachim Kreuder (Sprecher, Gießen), PD Dr. Hans Martin Bosse (Düsseldorf), Dr. Thomas Fischbach (Solingen), Prof. Dr. Norbert Graf (Homburg), Prof. Dr. Martin Georg Häusler (Aachen), PD Dr. Jürgen-Christoph von Kleist-Retzow (Köln) und PD Dr. Katrin Seidemann.

Das Berichtsjahr 2020/2021 war für die Mitglieder der AG Lehre durch die Überarbeitung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM) und die geplanten Änderungen der Ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) geprägt. Auch mit den umfangreichen Einschränkungen der universitären Lehre durch die COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendmedizin hat sich die AG befasst.

Die AG-Mitglieder haben sich sehr aktiv, teils auch in Sprecherfunktion, in den verschiedenen AGs und Projektgruppen zur Überarbeitung des NKLM/GK beteiligt und die Mitarbeit aller DGKJ-Vertreterinnen/Vertreter koordiniert. Im Ergebnis sind in dem überarbeiteten NKLM/GK mehrere Kapitel und Unterkapitel zu pädiatrischen Lernzielen definiert. Das betrifft vor allem:

  • Erkrankungen --> Schwangerschaft, Fetal- Perinatal- und Neonatalzeit
  • Kardiovaskuläres, muskuloskelettales & urogenitales System --> kongenitale Erkrankungen
  • Therapeutische Maßnahmen -->Kinder- & Jugendmedizin
  • Notfallmaßnahmen -->pädiatrische Notfälle
  • Klinisch-praktische Fertigkeiten -->lebensalterbezogene Untersuchungen, pädiatrische Prozeduren

Der NKLM wird wesentlich die Lehrentwicklung der nächsten Jahre beeinflussen, gemeinsam mit der Einführung einer neuen ÄApprO. Der weitere Prozess der Bewertung und Evaluation und der Implementierung des NKLM läuft dabei im Wesentlichen auf der Ebene der Fakultäten. Hierfür ist eine intensive Mitarbeit pädiatrischer Vertreter aller Subspezialitäten in den Gremien der Fakultäten essenziell.

Ende 2019 hat das BMG einen Arbeitsentwurf für eine neue ÄApprO über die AWMF den Fachgesellschaften zur Kommentierung zugeleitet. Arbeitspapier (11/19). Hierzu hatte die DGKJ gemeinsam mit dem BVKJ Stellung genommen. Im Dezember 2020 wurde der Referentenentwurf zur Kommentierung freigegeben. DGKJ und BVKJ haben hierzu eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben. Weiterhin hat die DGKJ gemeinsam mit BVKJ, DGGG und BDF den Entwurf kommentiert und folgenden Änderungsbedarf angemerkt, der auch bei den Beteiligungen an den Anhörungen im BMG und den Ländervertretungen nochmals zum Ausdruck gebracht wurde:

  • Beibehaltung des Pflicht-Blockpraktikums Kinder- und Jugendmedizin
  • Berücksichtigung aller absolvierten PJ-Fächer im Rahmen des M3-Examens
  • Ersatz der Allgemeinmedizin durch die Fachgebiete der hausärztlichen Versorgung im M3-Examen
  • Wegfall der Parcoursprüfung im M3-Examen.

Der Referentenentwurf wurde inzwischen weiterentwickelt und sieht trotz der vorgeblich angestrebten Stärkung der gesamten hausärztlichen Versorgung leider unverändert wesentliche Nachteile für die Kinder- und Jugendmedizin vor. Dies sind vor allem:

  • Der Wegfall des bisherigen Pflicht-Blockpraktikums Kinder- und Jugendmedizin
  • Beschränkung der verpflichtenden Prüfungsinhalte im M3-Examen auf die Fächer Innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin.

Eine entsprechende Stellungnahme der Kinder- und Jugendmedizin wird aktuell erarbeitet.

Die Einschränkungen der universitären Lehre durch die COVID-19-Pandemie sind für die Kinder- und Jugendmedizin mit besonderen Hemmnissen verbunden, insbesondere durch die inhaltliche Notwendigkeit des patientennahen Unterrichtes. Die AG Lehre hat deshalb eine umfangreiche Befragung der Universitätskinderkliniken zur Lehrsituation im Sommersemester 2020 durchgeführt, deren Ergebnisse in der Monatsschrift Kinderheilkunde veröffentlicht wurden (https://doi.org/10.1007/s00112-020-01076-7).

Zur Abbildung der Kinder- und Jugendmedizin in der medizini- schen Ausbildung hat die AG Lehre am 11. und 12.06.2021 einen Online-Workshop durchgeführt. Der Workshop richtete sich an die Lehrbeauftragten der Kinder- und Jugendmedizin an den Fakultäten. 45 Teilnehmer/innen diskutierten in drei mal zwei parallelen Arbeitsgruppen-Sitzungen folgende Themen:

  • Klinisch-praktische Prüfungen
  • PJ-Logbuch
  • Pädiatrische Skills Labs
  • Fakultätsübergreifende Lehrangebote/Qualifikationsprofile
  • Unterricht in klinischer Entscheidungsfindung
  • Digitale Lehrformate allgemein.

Zwei Plenar-Sitzungen für die übergeordneten Themen „NKLM“ und „Ambulante Lehre“ rundeten das Programm ab. Im Ergebnis des Workshops sind der Aufbau einer fakultätsübergreifenden AG Klinisch-praktische Prüfungen/skills labs, die Entwicklung eines APT-basierten PJ-Logbuchs und die Etablierung einer gemeinsam nutzbaren IT-Plattform für pädiatrische Lehrinhalte geplant.

Prof. Dr. Joachim Kreuder

Sprecher

 

AG Lehre

Sprecher:
Prof. Dr. Joachim Kreuder (Gießen)

Mitglieder:
PD Dr. Hans Martin Bosse (Düsseldorf)
Dr. Thomas Fischbach (Solingen)
Prof. Dr. Norbert Graf (Homburg)
Prof. Dr. Martin Georg Häusler (Aachen)
PD Dr. Jürgen-Christoph von Kleist-Retzow (Köln)
PD Dr. Kathrin Seidemann (Hannover)