AG Lehre



AG Lehre

Jahresbericht 2020

Der AG Lehre gehören aktuell an: Prof. Dr. Joachim Kreuder (Sprecher, Gießen), PD Dr. Hans Martin Bosse (Düsseldorf), Dr. Thomas Fischbach (Solingen), Prof. Dr. Stephan Gehring (Mainz), Prof. Dr. Norbert Graf (Homburg), Prof. Dr. Martin Georg Häusler (Aachen) und PD Dr. Jürgen-Christoph von Kleist-Retzow (Köln).

Das Berichtsjahr 2019/2020 war für die Mitglieder der AG Lehre durch die Überarbeitung des Nationalen Kompetenzbasierten Lern- zielkatalogs Medizin (NKLM) und die geplanten Änderungen der Ärztlichen Approbationsordnung (ÄApprO) geprägt. Auch mit den umfangreichen Einschränkungen der universitären Lehre durch die COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendmedizin hat sich die AG befasst.

Herr Prof. Gehring musste aufgrund klinischer Verpflichtungen leider die Mitarbeit in der AG beenden; Herr Dr. Fischbach als Präsident des BVKJ wird die Expertise der niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzte in die Arbeit unserer AG einfließen lassen.

Die AG-Mitglieder haben sich weiterhin sehr aktiv, teils auch in Sprecherfunktion, in den verschiedenen AGs und Projektgruppen zur Überarbeitung des NKLM/GK beteiligt und die Mitarbeit aller DGKJ-Vertreterinnen/Vertreter koordiniert. Viele unserer Delegierten nahmen auch an den beiden überregionalen Arbeitstreffen am 23./24.09.2019 und am 10./11.03.2020 (als online-Konferenz) teil. Die für Herbst 2020 geplante Fertigstellung des NKLM ist aufgrund der COVID-19-Pandemie um mind. 6 Monate verschoben; angestrebt wird eine Verabschiedung beim Ordentlichen Medizinischen Fakul- tätentag (MFT) im Juni 2021.

Die Prozess zur Implementierung des NKLM wird durch eine Unter-Arbeitsgruppe des MFT unterstützt (Co-Sprecherschaft DGKJ); hierbei hat sich gezeigt, dass die Fakultäten die zukünftige normative Bedeutung des NKLM für die Lehre, aber auch das universitäre Gestaltungspotential durch den NKLM gegenüber den rein prüfungsbezogenen Gegenstandskatalogen des IMPP aktuell erheblich unterschätzen. Ende 2019 hat das BMG einen Arbeitsentwurf für eine neue ÄAp-prO über die AWMF den Fachgesellschaften zur Kommentierung zugeleitet. In Abstimmung mit dem BVKJ, aber auch mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, hat die AG eine ausführliche Stellungnahme  verfasst, die die einzelnen Punkte des Entwurfes aus Sicht der ambulanten und stationären Pädiatrie kommentiert, verbunden mit konkreten Verbesserungsvorschlägen. Die AG begrüßt wesentliche Änderungen der neuen ÄApprO, z. B. die Stärkung der patientenbezogenen Lehre, die Verknüpfung klinischer und theoretischer Inhalte vom ersten Semester an bis zum Ende der Ausbildung, die strukturierte Vermittlung wis- senschaftlicher Kompetenzen mit Leistungsnachweis sowie die verstärkte Einbeziehung von Lehrpraxen und interprofessionelle Lehr- veranstaltungen. In ihrer Kommentierung fordert die AG, anstelle einer einseitigen Fokussierung auf die Allgemeinmedizin die Kinder- und Jugendmedizin als Fach der hausärztlichen Versorgung nach § 73 SGB V angemessen an den theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen inkl. der neuen Blockpraktika zur primärärztlichen Versorgung sowie den zugehörigen (Staats-) Prüfungen zu beteiligen; auch sollten im Sinne der Kohärenz von Lehrstoff und Prüfungsinhalt die Lehrinhalte aller vier PJ-Quartale im abschließenden Abschnitt der Ärztlichen Prüfung adäquat geprüft werden. Des Weiteren schlägt die AG vor, die ambulante Kinder- und Jugendmedizin in ihrer gesamten fachlichen Breite von Lehrpraxen bis zu pädiatrischen Hochschul- und Notfallambulanzen in der Lehre zur ambulanten Medizin zu berücksichtigen, insbesondere auch in den geplanten PJ-Quartalen. Zudem wird empfohlen, die Sozialpädiatrischen Zentren und Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit Behinderung in den patientennahen Unterricht an Patienten und Patientinnen und in longitudinale Curricula zu interprofessionellen Kompetenzen einzubeziehen. Unverändert sollte der Begriff „Familie“ als der wichtigste soziale Bezugsraum des Kindes während seiner gesamten Entwicklung in der Präambel der ÄApprO genannt werden.

Die Einschränkungen der universitären Lehre durch die COVID-19-Pandemie sind für die Kinder- und Jugendmedizin mit besonderen Einschränkungen verbunden, insbesondere durch die Notwendigkeit des patientennahen Unterrichtes.

Die AG Lehre hat deshalb eine umfangreiche Befragung der Universitätskinderkliniken zur Lehrsituation im Sommersemester 2020 durchgeführt, deren Ergebnisse bei Teilnahme von 17 Universitäten aktuell zusammengestellt werden. Die Ergebnisse dieser Umfrage, die die Sicht und Erfahrungen von Lehrenden und Studierenden widerspiegeln soll, und gelungene Beispiele zur digitalen Lehre werden veröffentlicht.

Prof. Dr. Joachim Kreuder

Sprecher

AG Lehre

Sprecher:
Prof. Dr. Joachim Kreuder (Gießen)

Mitglieder:
PD Dr. Hans Martin Bosse (Düsseldorf)
Dr. Thomas Fischbach (Solingen)
Prof. Dr. Norbert Graf (Homburg)
Prof. Dr. Martin Georg Häusler (Aachen)
PD Dr. Jürgen-Christoph von Kleist-Retzow (Köln)