Ernährungskommission



Ernährungskommission

Jahresbericht 2017

Die Ernährungskommission hielt 2017 zwei Sitzungen am 08.03.2017 und am 05.10.2017 jeweils in der DGKJ-Geschäftsstelle in Berlin ab.

Arbeitsschwerpunkte der Kommission waren

  • Folgenahrungen für Kleinkinder im Alter von einem bis 3 Jahren (sog. Kindermilchgetränke)
    Aufgrund der aktuellen Datenlage wurden die Empfehlungen für die Zusammensetzung von Folgenahrungen für Kleinkinder im Alter von einem bis 3 Jahren (sog. Kindermilchgetränke) aktualisiert.
    Die Stellungnahme hierzu ist online in der Monatsschrift Kinderheilkunde erschienen (26. Juni 2017, Monatsschr Kinderheilkd DOI 10.1007/s00112017-0311-3).
     
  • Vegetarische und vegane Ernährung
    Kinder und Jugendärzte betreuen zunehmend Familien, die sich und ihre Kinder vegetarisch ernähren. Eine vegetarische Ernährung im Kindesalter setzt jedoch einen hohen Informationsstand der Eltern und Jugendlichen voraus und erfordert eine Betreuung durch den Kinder- und Jugendarzt. Vor diesem Hintergrund hat die Ernährungskommission eine Stellungnahme zu dieser Thematik erarbeitet, die demnächst in der Monatsschrift Kinderheilkunde veröffentlicht werden soll.
     
  • Vitamin D
    Niedrige Vitamin D-Serumkonzentrationen werden nicht nur mit der Rachitis sondern mit weiteren Erkrankungen assoziiert. Die Vitamin D-Serumkonzentration liegt bei vielen deutschen Kindern und Jugendlichen jenseits des Säuglingsalters unter den akzeptierten Zielwerten, so dass vielfach die Frage nach einer Vitamin D-Supplementierung aufgeworfen wird. Die Ernährungskommission hat hierzu gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie eine Stellungnahme erarbeitet, die Anfang 2018 in der Monatsschrift Kinderheilkunde erscheinen soll.
     
  • Parenterale Ernährung bei kritisch kranken Kindern
    In einer viel beachteten randomisierten, kontrollierten Multizenterstudie in Belgien, den Niederlanden und Kanada wurde eine große Zahl von 1440 Patienten auf pädiatrischen Intensivstationen zu einer parenteralen Ernährung mit Beginn innerhalb der ersten 24 Std. oder erst ab dem 8. Behandlungstag randomisiert (PEPaNICStudie). Die Ergebnisse haben viele Fragen zum Vorgehen bei kritisch kranken Kindern aufgeworfen. Deshalb bereitet die Kommission hierzu eine Stellungnahme vor.
     
  • Meta-Analyse hypoallergener Säuglingsnahrungen

Aktuelle Richtlinien empfehlen für nicht-gestillte Säuglinge mit familiärer Allergiebelastung und damit erhöhten Allergierisiko zur Reduktion des Risikos für allergische Manifestationen die Verwendung einer Formelnahrung auf der Grundlage von hydrolysiertem Kuhmilcheiweiß bis zur Gabe von Beikost, d.h. in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten. Eine vor kurzem publizierte systematische Übersichtsarbeit hat versucht, die Effekte von Formelnahrung aus Proteinhydrolysaten auf das Risiko für das Auftreten allergischer oder autoimmun-vermittelter Erkrankungen zu ermitteln und folgerte, dass ein präventiver Nutzen der Verwendung von Säuglingsnahrungen auf der Basis von Proteinhydrolysaten nicht belegt sei. Die Ernährungskommission hat sich mit dieser für die pädiatrische Praxis wichtigen Frage beschäftigt und wird hierzu in Kürze eine Stellungnahme veröffentlichen.
 

  • DGKJ-Kurs Pädiatrische Erfahrungsmedizin 2017

Der Kurs wurde mit großem Erfolg unter der Leitung von Dr. Christine Prell und Prof. Dr. Berthold Koletzko am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München ausgerichtet. Die 80 Plätze waren sehr rasch ausgebucht. Die Evaluationsergebnisse zeigen eine hervorragende Bewertung durch die Teilnehmer.  
 

Durch Mitglieder der Ernährungskommission wahrgenommene Termine umfassen:

  • Treffen der Nationalen Stillkommission
  • Treffen der pädiatrischen Ernährungskommissionen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland
  • Codex Alimentarius-Komitee der WHO/FAO zu Ernährung und diätetischen Lebensmitteln
  • Arbeitsgruppe Nichtübertragbare Erkrankungen der International Pediatric Association
  • Arbeitstagung der WHO, UNICEF und IAEA über biologische Risiken bei kindlicher Mangelernährung und Übergewicht 
  • Gespräch mit dem Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung Christian Schmidt zu den Themen Bundeszentrum für Ernährung (BZE); Forschungsinstitut für Kinderernährung im MaxRubner-Institut; Werbung für nicht kindgerechte Lebensmittel
  • Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bundestagsausschusses Ernährung und Landwirtschaft zu Fragen der Säuglings- und Kinderernährung
  • Berichterstatter-Gespräch des Bundestagsausschusses Ernährung und Landwirtschaft zur Folsäure-Anreicherung von Grundnahrungsmittel mit dem Ziel der Risikoreduktion angeborener Fehlbildungen
  • Expertenanhörung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Folsäure-Anreicherung von Grundnahrungsmitteln zur Risikoreduktion angeborener Fehlbildungen
  • Expertenworkshop der Europäischen Kommission zu Kinderernährung 
  • Arbeitskreis Folsäure und Gesundheit
  • Sitzungen des Wissenschaftlichen Beirats des Netzwerks Junge Familie der Bundesregierung
  • Vorstandssitzungen der Plattform Ernährung und Bewegung
  • Leitlinientreffen Hautkrebsprävention und Vitamin D-Versorgung  
  • Erster Deutscher Zuckerreduktionsgipfel

Ganz herzlich danke ich den Mitgliedern der Ernährungskommission für ihre engagierte Arbeit und der DGKJ-Geschäftsstelle für die effektive Unterstützung!

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c.mult. Berthold Koletzko
Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission

Die Kommission

Vorsitzender:

Prof. Dr. Berthold Koletzko (München)

Mitglieder:
Prof. Dr. Christoph Bührer (Berlin)
Prof. Dr. Regina Ensenauer (Düsseldorf)
PD Dr. Frank Jochum (Berlin)
Dr. Burkhard Lawrenz (Arnsberg)
PD Dr. Hermann Kalhoff (Dortmund)
Prof Dr. Antje Körner (Leipzig)
PD Dr. Walter Mihatsch (Pforzheim)
Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer (Gießen)

Sachverständige:
Prof. Dr. Silvia Rudloff (Gießen)