Kommission für Leitlinien



Kommission für Leitlinien

Jahresbericht 2020

Der Leitlinienkommission gehören aktuell an: Prof. Dr. Christof Bührer (Berlin), Dr. Burkhard Lawrenz (Arnsberg), Dr. Andreas Leutner (Dortmund), Dr. Ute Mendes (Berlin), Prof. Dr. Tim Niehues (Vor-sitzender, Krefeld), Prof. Dr. Regina Trollmann (Erlangen), Prof. Dr. Tobias Tenenbaum (Mannheim), Prof. Dr. Martin Wabitsch (Ulm), Prof. Dr. Stefan Wirth (Wuppertal) und Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer (Gießen). Aufgabe der Kommission ist die Koordinierung und Veröf-fentlichung von Grundsätzen für die Diagnostik und Therapie in der Kinder- und Jugendmedizin.

Aktuell ist die DGKJ an 265 Leitlinien beteiligt, davon wurden 18 Leitlinien 2020 neu angemeldet und 12 verabschiedet. Unter Feder-führung der DGKJ wurde 2020 beispielsweise die S3 LL „Stilldauer und Intervention zur Stillförderung“ angemeldet. Auch wurde weiterhin an der S2k LL „Medikamentensicherheit bei Kindernotfällen“ gearbeitet.

Eine wichtige Initiative, in die sich die DGKJ-Leitlinienkommission organisatorisch und inhaltlich eingebracht hat, ist die Task Force  COVID-19 unter dem Dach der AWMF. Hintergrund ist eine Anfrage des  BMG, in der die AWMF und die DIVI um die Erstellung einer interdisziplinären Leitlinie zu  COVID-19 gebeten wurden. Daraus entstand der Vorschlag einer AWMF Task Force, in der bestehende Leitlinien- und Empfehlungsaktivitäten vorgestellt und abgestimmt werden. Eine Zusammenlegung der bestehenden Leitlinien wurde aufgrund der sehr unterschiedlichen Versorgungsaspekte nicht als zielführend erachtet.

Die DGKJ und die Konventgesellschaften arbeiten vor allem in folgenden Bereichen mit:

  • An der Leitlinie zur geburtshilflichen Versorgung von COVID-Schwangeren arbeiten die Deutsche Gesellschaft für Perinatalmedizin und die GNPI mit.
  • An der DIVI-LL zur intensivmedizinischen Versorgung von Patienten mit COVID-19 arbeiten die DGKJ und die GNPI sowie die GPP mit.
  • An der  LL zu COVID-19 Patienten mit M. Crohn und Colitis ulcerosa arbeitet die GPGE mit.
  • An der Leitlinie für die Versorgung von COVID-19-Patienten im hausärztlichen Bereich arbeiten die DGKJ und der BVKJ mit.

Im Rahmen dieser TASK Force wurden mehrere Treffen abgehalten und erste Empfehlungen auch schon erarbeitet. Prof. Niehues als Vorsitzender der DGKJ-Leitlinienkommission hat an diesen Treffen teilgenommen und verschiedene Vertreter aus Konventgesellschaften haben an den Empfehlungen mitgearbeitet. Die einzelnen Leitlinien und Handlungsempfehlungen finden sich hier: https://www.awmf.org/die-awmf/awmf-aktuell/aktuelle-leitlinien-und-informationen-zu-covid-19/covid-19-leitlinien.html

Die Beteiligung der DGKJ an allen Leitlinien, die die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mitbetreffen, ist ein zentrales Anliegen, dem sich die Leitlinienkommission intensiv widmet. Um hier die AWMF noch mehr zu sensibilisieren und die Bedeutung der Kinder- und Jugendmedizin zu unterstreichen, fand am 16.03.2020 ein Gespräch zwischen AWMF und DGKJ statt. Teilgenommen haben von Seiten der AWMF Prof. Kopp und Dr. Nothacker und von Seiten der DGKJ Prof. Niehues und Dr. Noleppa. Im Ergebnis wurde beschlossen, dass zukünftig bereits bei der Anmeldung einer Leitlinie der Versorgungsbereich angegeben werden muss. Sobald „Kinder und Jugendliche“ angegeben wird, muss die DGKJ beteiligt werden. Weiterhin wird künftig bei Rückmeldungen zu Leitlinienanmeldungen von spezialisierten pädiatrischen Fachgesellschaften von der AWMF nachgefragt, ob die DGKJ informiert wurde.

Zur stärkeren Einbeziehung der DGKJ in die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie DGPK wurden 2 DGKJ-Vertreter (Dr. Michael Kaestner, Ulm, Dr. Nicole Müller, Bonn) in die  LL-Kommission der DGPK gewählt. Wir sind optimistisch, dass wir gemeinsam mit der DGPK eine höhere Interdisziplinarität bei den kinderkardiologischen Leitlinien erreichen.

Hochwertige Leitlinien werden von der DGKJ auf Antrag unverändert finanziell unterstützt. Zum 30.06. und zum 31.12. eines Jahres können Anträge auf finanzielle Unterstützung der Entwicklung von S2/S3-Leitlinien bei der Geschäftsstelle der  DGKJ eingereicht werden: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ( DGKJ), Chausseestr. 128/129, 10115 Berlin.

Der Antrag sollte enthalten:

  • kurze Darstellung des Verfahrens inkl. Kostendarstellung
  • Federführung
  • kurze Ausführungen zum Konsensusprozess
  • Anmeldung bei der AWMF

Im Berichtsjahr wurden 9 Leitlinien finanziell unterstützt.

Neben der Arbeit an den Leitlinien haben die Leitlinienautoren zunehmend auch Anfragen des G-BA zu bearbeiten. So sind die Fachgesellschaften und die AkdÄ (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft) seit März 2020 regelhaft aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen zu Arzneimitteln, Studienberatungen, die Industrievertreter beim G-BA erhalten, wenn sie Phase III- Studien zur Prüfung neuer Medikamente planen. Die Anfragen beziehen sich jeweils auf den aktuellen Behandlungsstandard (zweckmäßige Vergleichstherapie). Die DGKJ-Leitlinienkommission prüft diese Anfragen auf die Einbindung der geeigneten entsprechenden Konventgesellschaften weiter.

Die Leitlinienerstellung ist für die kontinuierliche Verbesserung der Prozess- und Strukturqualität unseres Faches sehr wichtig und ich möchte an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich danken, die sich hier engagieren. Die DGKJ weiß dies sehr zu würdigen.

Prof. Dr. Tim Niehues

Vorsitzender

Kommission für Leitlinien

Vorsitzender:
Prof. Dr. Tim Niehues (Krefeld)

Mitglieder:
Prof. Dr. Christof Bührer (Berlin)
Dr. Burkhard Lawrenz (Arnsberg)
Prof. Dr. Tobias Tenenbaum (Mannheim)
Prof. Dr. Regina Trollmann (Erlangen)
Prof. Dr. Martin Wabitsch (Ulm)
Prof. Dr. Stefan Wirth (Wuppertal)
Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer (Gießen)

Sachverständige:
Dr. Andreas Leutner
Dr. Ute Mendes