AG Transition



AG Transition

Jahresbericht 2019

Die AG Transition ist eine interdisziplinär zusammengesetzte AG aus Vertretern der DGKJ, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) wie auch der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).
DGKJ-Vertreter: Prof. Dr. Grasemann, Prof. Dr. Koch, PD Dr. von Moers (für Neuropädiatrie) und als Sachverständige: Dr. Müther. DGIM-Vertreter: Prof. Dr. Siegmund. Darüber hinaus ist regelhaft die Gesellschaft für Transitionsmedizin (Dr. Ernst) beteiligt wie auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ, Dr. Büsching) und die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ, Dr. Peters).

Ein wichtiger Teil der Aufgabe dieser AG ist der gemeinsame Austausch untereinander. Daher lud die AG zu ihrer Sitzung im Februar 2019 die Vertreter der verschiedenen Innovationsfonds-Projekte zur Transition ein: AOKTrio, Ntx360grad, TranslateNAMSE und Trans-FIT. Deutlich wurde vor allem die Unterschiedlichkeit der Projekte. Ntx360grad ist beispielsweise auf die Versorgung von Patienten nach Nierentransplantation beschränkt und fokussiert vor allem auf die digitale Umsetzung der Schnittstellenproblematik. Demgegenüber ist TranslateNAMSE an keine Indikation gebunden und steht allen gesetzlich versicherten Jugendlichen offen, die an den beteiligten Zentren versorgt werden. AOKTrio nimmt nur bei der AOK versicherte Jugendliche in Niedersachsen in das Programm auf, das vor allem einen professionell entwickelten Onlinecoach anbietet. TransFIT steht nur Patienten der Techniker-Krankenkasse von 12 bis 18 Jahren offen.
Den Austausch über unterschiedliche Aspekte der Projekte wie die Politik der beteiligten Krankenkassen im Hinblick auf Kostenübernahmen etc. oder den großen Schulungsbedarf der Patienten auch zu sozialrechtlichen Fragen war so gewinnbringend, dass eine weitere Sitzung noch vor der Sommerpause angesetzt wurde. Bei diesem Treffen im Juli referierten Vertreter des Instituts für Qualität und Patientensicherheit (BQS) vor allem zur Entwicklung von Registern, was in eine Diskussion zur Erfahrung mit Registern mündete.
Die AG Transition unterstützt ein indikationsübergreifendendes Transitionsmodell mit einer Koordination der Jugendlichen durch Lotsen, wie es im Berliner Transitionsprogramm (BTP) umgesetzt ist. Letzteres ist mittlerweile durch Kooperationspartner an mehreren Standorten in Deutschland etabliert und kann in unterschiedliche Strukturen eingebettet werden.

Eine Konstante der Diskussionen ist die Problematik, Ärzte in der Erwachsenenmedizin für die Transitionsthematik zu gewinnen. Aber auch in der Pädiatrie ist die Rekrutierung von Patienten nicht einfach; der Mehraufwand für chronisch-erkrankte Jugendliche, die auf den Wechsel in die Erwachsenenmedizin vorbereitet werden müssten, ist in Zeiten voller Praxen und ökonomischer Zwänge eine Herausforderung, der sich nicht alle stellen mögen. Die rigide Haltung mancher Krankenkassen verhindert häufig die Einschreibung von Patienten, die von den Transitionsprogrammen profitieren würden. Allerdings konnte das BTP nicht zuletzt durch die Intervention der AG Transition erreichen, dass eine große Krankenkasse ihre Vertragskündigung zur Fortsetzung des Programms rückgängig machte. Dies ist ein Erfolg, zeigt aber auch, wie schwierig es mitunter ist, die Kostenträger von einer begleiteten Transition zu überzeugen.

Bis zur flächendeckenden Etablierung von Transitionsstrukturen und Abbildung der Transitionsleistungen sowohl in der Pädiatrie wie auch in der Inneren Medizin/Neurologie im SGB V-Leistungskatalog ist es ein weiter Weg, den sich die AG Transition zur Aufgabe gemacht hat.

Prof. Dr. Hans-Georg Koch
Sprecher der AG Transition

AG Transition

Vorsitzender:
Prof. Dr. Hans Georg Koch (Braunschweig), DGKJ

Mitglieder:
Dr. Frank Bösebeck (Rotenburg), DGN
Prof. Dr. Dagmar Führer-Sakel, DGIM
Dr. Corinna Grasemann (Essen), DGKJ
Prof. Dr. Gesine Hansen (Hannover), DGKJ
Prof. Dr. Ulrich Keilholz (Berlin), DGIM
PD Dr. Arpad von Moers (Berlin), DGKJ
Dr. Helmut Peters (Mainz), DGSPJ
Prof. Dr. Britta Siegmund (Berlin), DGIM

Ständige Sachverständige:
Dr. Gundula Ernst, Gesellschaft für Transitionsmedizin
Dr. Silvia Müther, Berliner Transitionsprogramm