Kommission für Hochschulfragen



Kommission für Hochschulfragen

Jahresbericht 2017

Auch im Berichtsjahr stand die Etablierung einer nationalen Forschungsinstitution für Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland im Mittelpunkt der Arbeit der Hochschulkommission.

Die Etablierung eines Deutschen Zentrums für Kindergesundheit ist die Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland in allen Phasen ihrer Entwicklung eine dem aktuellen Forschungsstand entsprechende, optimale Krankheitserkennung und -behandlung erhalten.
Neben akuten Gesundheitsproblemen sind immer häufiger chronische Störungen und Erkrankungen festzustellen, die eine komplexe und spezialisierte Versorgungsstruktur notwendig machen. Die Förderung der Kindergesundheit ist eine vordringliche gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die eine ressortübergreifende, multidisziplinäre und internationale Zusammenarbeit erfordert. Die Hochschulkommission hat daher in Zusammenarbeit mit Pädiatern und Wissenschaftlern aus dem Bereich Kinder- und Jugendmedizin der deutschen Hochschulstandorte ein Konzept für ein Forschungs-und Behandlungszentrum zur Kindergesundheit entworfen.

Das Deutsche Zentrum für Kindergesundheit wird Fragen zur gesunden Entwicklung des Kindes und Jugendlichen, zu genetischen und pathophysiologischen Aspekten von seltenen und häufigen Erkrankungen, zur Prädisposition und den vulnerablen Phasen der Krankheitsentstehung, zu ihrem natürlichen Verlauf und ihren Therapiemöglichkeiten beantworten. Ein maßgebliches Ziel ist die Bündelung von bestehenden Kompetenzen in den Bereichen der anwendungsorientierten Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Versorgungsforschung. Grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse können auf diese Weise rasch in die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen und Therapien umgesetzt werden. Die geplante Struktur des Zentrums für Kindergesundheit orientiert sich an den bereits bestehenden Deutschen Gesundheitszentren.

Das Zentrum wird an verschiedenen Standorten modular in Forschungsgebiete organisiert werden und auf gemeinsame ‚Core Facilities‘ und Ressourcen wie Technologieplattformen, Ethikforen und Gleichstellung sowie Biobanken und Informationsforen zugreifen können. Das überarbeitete Konzept für ein Nationales Forschungszentrum für Kindergesundheit wurde in zahlreichen Gesprächen mit Politik und Öffentlichkeit vorgestellt. Im März 2017 hat die Bundeskanzlerin mehr Forschung für Kinder- und Jugendmedizin öffentlich angekündigt. Wir hoffen, dass dies dann in der kommenden Legislaturperiode umgesetzt werden kann.

Um die Thematik der Öffentlichkeit anschaulicher präsentieren zu können, haben wir eine Zusammenfassung des Konzepts des Nationalen Zentrums für Kindergesundheit in Form eines Flyers aufbereitet.

Ein weiteres Thema unserer Kommission ist die Frage, wie die Thematik Forschung im Innovationsfonds berücksichtigt werden kann. Hier sind wir im Gespräch mit dem Expertenbeirat des Innovationsfonds.

Weiterhin wichtig für unsere Kommission ist die Fragestellung „Wie muss die universitäre Pädiatrie strukturiert sein, um Ärzte für die klinisch-wissenschaftliche Arbeit zu gewinnen und zu fördern?“. Dies ist die Voraussetzung, dass auch zukünftig medizinisch relevante Fragestellungen zwischen Grundlagenwissenschaften und Klinik formuliert und bearbeitet werden und die gewonnenen Erkenntnisse zeitnah in die medizinische Anwendung gelangen.

Prof. Dr. J. Gärtner
Vorsitzende der Kommission für Hochschulfragen

Die Kommission

Vorsitzende:
Prof. Dr. Jutta Gärtner (Göttingen)

Mitglieder:
Prof. Dr. Reinhard Berner (Dresden)
Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin (Ulm)
Prof. Dr. Simone Fulda (Frankfurt)
Prof. Dr. Gesine Hansen (Hannover)
Prof. Dr. Egbert Herting (Lübeck)
Prof. Dr. Wieland Kiess (Leipzig)
Prof. Dr. Christoph Klein (München)
Prof. Dr. Ertan Mayatepek (Düsseldorf)
Prof. Dr. Norbert Wagner (Aachen)

DGKJ Flyer