NRW-Modellprojekt Soziale Prävention



NRW-Modellprojekt Soziale Prävention

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin entwickelte unter Einbeziehung vieler anderer Akteure das Konzept „Soziale Prävention“. Daraus entstand das NRW-Modellprojekt „Soziale Prävention in der Kinder- und Jugendarztpraxis“, das vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

Das Projekt erprobt ein Modell für ein systematisches Zugangsmanagement zwischen Arztpraxis und den Angeboten der Frühen Hilfen in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von der sozioökonomischen Lage der Eltern und durch Stärkung der Elternkompetenz, zu erreichen. In den pädiatrischen Praxen soll in diesem Kontext die Früherkennung von psychosozialen Belastungen und negativen Einflüssen für die Kindergesundheit durch den Einbezug eines multi-professionellen Teams verbessert werden, um die Hürde für die Inanspruchnahme von frühzeitigen, passgenauen Unterstützungsleistungen bei Eltern und Kindern abzusenken.

An drei Modellstandorten in Nordrhein-Westfalen sollen Mitarbeitende der Jugendhilfe hierzu regelmäßige Sprechzeiten in den Räumen der Kinder- und Jugendarztpraxis anbieten, um Familien beraten zu können. Sie koordinieren für diese Familien Beratungsabläufe und kooperieren mit weiteren Netzwerkakteuren.

Evaluiert werden - neben der Belastungssituation in den Familien - die Akzeptanz des niedrigschwelligen Angebots in den Praxen, die potentielle Entlastung der Pädiaterinnen und Pädiater und die Funktionsfähigkeit des Netzwerks, um die Tragfähigkeit des multiprofessionellen Ansatzes zu prüfen. Das Projektende ist auf Dezember 2019 festgesetzt.


Abschlussveranstaltung am 20. November 2019 in Düsseldorf

Das Projekt »Soziale Prävention« erprobt seit 2017 – gefördert vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) – ein Modell für die Kooperation von niedergelassenen Kinder- und Jugendärzt*innen, Jugendämtern und freien Trägern der Jugendhilfe an drei Modellstandorten in Nordrhein-Westfalen, um belastete Familien direkt und innerhalb der pädiatrischen Praxen unterstützen zu können. Familien erhalten auf diesem Weg einen systematischen Zugang zu Beratungsangeboten der frühzeitigen Hilfen. Ziel des Projekts ist die Stärkung der Elternkompetenz für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von der sozioökonomischen Lage der Familie. Die Erfahrungen aus dem Modellprojekt und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung werden im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 20. November 2019 vorgestellt und gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik diskutiert.
Die Veranstaltung richtet sich an: Kinder- und Jugendmedizinerinnen und -mediziner, Medizinische Fachangestellte, Kindergesundheits- und Familienkrankenpfleger*innen, an Fach- und Leitungskräfte in Jugendämtern, in den Frühen Hilfen und bei Freien Trägern der Jugendhilfe, an Netzwerkkoordinatoren*innen Frühe Hilfen sowie weitere Interessierte.

Die Veranstaltung wurde durch die LÄK Nordrhein mit 4 Punkten der Kategorie A als Fortbildungsveranstaltung anerkannt.

Programm

13:30 Ankommen & Stehkaffee, Anmeldung
14:00 Grußworte - Minister Karl-Josef Laumann (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen) & Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann (Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.)
14:25 Einführung: Hintergrund, Ziele und Projektstruktur - PD Dr. Burkhard Rodeck (Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Wissenschaftliche Leitung)
14:50 Ergebnisse der Evaluation und Gelegenheit für Rückfragen - PD Dr. Silke Pawils (Forschungsgruppenleiterin Zentrum für Psychosoziale Medizin, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf)
15:20 Pause
15:45 Erfahrungen der Zusammenarbeit von kinderärztlichen Praxen und der Jugendhilfe - Erfahrungen der beteiligten Praxen und Fachkräfte
16:30 Gelingensbedingungen für die Zusammenarbeit - Dipl.-Päd. Milena Bücken, MA Julia Pudelko (Institut für Soziale Arbeit Münster e.V.)
16:45 Ausblick & Statements - Annette Berger (LVR-Landesjugendamt Köln), Lars Andre Ehm (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Leiter der Gruppe IV C „Gesundheitsversorgung, Prävention, Digitalisierung im Gesundheitswesen“), Joachim Feldmann (Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Leiter des Referates „Familienzentren, Prävention (Kommunale Präventionsketten und Frühe Hilfen)“), Rudolf Henke (Präsident der Ärztekammer Nordrhein), Till Hoffmann (Wiss. Referent im Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)), PD Dr. Burkhard Rodeck (Generalsekretär der DGKJ), Dr. Irene Somm (Netzwerk Handlungsforschung und Praxisberatung)
17:45 Veranstaltungsausklang

Veranstaltungsort

Hotel Mutterhaus Düsseldorf
Geschwister-Aufricht-Str. 1
40489 Düsseldorf


Das Gesundheitsministerium NRW fördert das Modellprojekt der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin seit Oktober 2016.

Die Projektleitung hat Dr. med. Karl-Josef Eßer inne. Das Institut für Soziale Arbeit e.V., Münster, übernimmt als Kooperationspartner die Projektkoordination; die Forschungsgruppe Prävention im Kinder- und Jugendalter des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ist für die Evaluation zuständig.

Kontakt:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)

Dr. Karl-Josef Eßer
k.esser(at)dgkj.de
+49 30 3087779-17