Aus- und Weiterbildung



Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung

  • Wie wird man ein guter Facharzt?
  • Wo kann man Facharzt werden?
  • Wie können wir uns bei der Gestaltung der Facharztausbildung einbringen?
  • Wie läuft die Weiterbildung an Deiner Weiterbildungsstätte?
Über uns:

Die „Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung“ hat das langfristige Ziel, die Qualität der Facharztweiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland zu verbessern. Mit der AG Junge DGKJ haben wir nun ein Forum, das uns die Möglichkeit gibt, aktiv die zukünftigen Ausbildungsbedingungen mit zu gestalten. Diese Chance gilt es zu nutzen. Wir, die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe, haben bereits einige Ideen, was unserer Erfahrung nach verbessert werden könnte.

Deine Weiterbildung:

Wir stehen längst nicht für alle WeiterbildungsassistentInnen - deshalb wollen wir herausfinden, welche Themen Dich an Deiner Klinik beschäftigen:
• Was sind Deine dringendsten Fragen und Probleme?
• Welche Rotationsmöglichkeiten hast Du?
• Kannst Du realistisch die Anforderungen Deines Logbuchs erfüllen?
• Welche Möglichkeiten zur internen und externen Weiterbildung hast Du?
• Welche Punkte der Weiterbildung an Deiner Klinik laufen wirklich gut?

Und:
• Was muss sich Deiner Meinung nach ändern?
• Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich, um vor dem Hintergrund der zunehmenden Ökonomisierung in der Pädiatrie eine gute Facharztausbildung zu gewährleisten?
• Was können wir vielleicht von anderen Ländern lernen?

Umfrage:
Um herauszufinden wo der Schuh am meisten drückt, planen wir eine bundesweite Umfrage zu den Weiterbildungsbedingungen, als Bestandsaufnahme. Jede Umfrage ist jedoch nur so repräsentativ, wie ihre Teilnehmerzahl es möglich macht. Wir hoffen daher, so viele Weiterbildungsstätten in Klinik und Praxis wie möglich zu erreichen, um konkrete und umfassende Verbesserungsvorschläge entwickeln zu können.

Information:
In Zukunft möchten wir sowohl an dieser Stelle, als auch in der „Monatsschrift Kinderheilkunde“ Informationen zur Facharztweiterbildung veröffentlichen. Wir danken der DGKJ, die uns mit dieser Arbeitsgruppe die Möglichkeit bietet, unseren Stimmen noch mehr Gehör zu verschaffen. Auf eure Fragen und über engagierte Mitstreiter freuen wir uns sehr.

Kontakt:
Auf eure Fragen und über engagierte Mitstreiter freuen wir uns sehr. Schreibt uns gerne eine Mail an:
ausbildung.junge-dgk(at)posteo.de

Euer Team der Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung:
Anne Sonntagbauer, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt am Main
Kristin Baumgart, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Elblandklinikum Riesa
Lea Horch, Kinderklinik Amsterdamer Straße, Köln
Tobi Schmidergall, Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin Charité, Campus Virchow Klinikum
Benjamin Kübler, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Städtisches Klinikum Karlsruhe


Facharzt FAQs

Du hast dein Examen geschafft: Herzlichen Glückwunsch! Und nun? Am Anfang der Arztlaufbahn gab es viele Fragen, die wir uns gestellt haben. Um Euch den Einstieg eventuell ein wenig zu erleichtern, haben wir hier auf den Seiten der Jungen DGKJ ein paar Facharzt-Fragen und -Antworten gesammelt.

Wie werde ich überhaupt Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin?

„Nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin und nach Erhalt der Approbation bzw. Berufserlaubnis kann eine Ärztin/ein Arzt mit der mehrjährigen Weiterbildung beginnen, um eine Facharztbezeichnung zu erwerben.“ https://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/aus-weiter-fortbildung/weiterbildung/

Das bedeutet, um Facharzt für Pädiatrie (= Kinder- und Jugendmedizin) zu werden, musst du mindestens 5 Jahre (= 60 Monate Vollzeit) als Assistenzarzt/ärztin bei einem/r befugten Arzt/Ärztin gearbeitet haben und verschiedene Stationen durchlaufen. Jede Weiterbildungszeit muss mit einem Zeugnis bestätigt werden und wird mit einer Prüfung vor der zuständigen Landesärztekammer abgeschlossen. Deine zuständige Landesärztekammer ist übrigens die Ärztekammer des Bundeslandes, in dem du arbeitest - nicht unbedingt aber auch wohnst (gerade bei Stadtstaaten wie Berlin oder Hamburg kann das Wohn- und Arbeitsbundesland schon mal abweichen).

Ziel der Weiterbildung ist der Erwerb festgelegter Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten, um nach Abschluss der Berufsausbildung besondere ärztliche Kompetenzen zu erlangen - also selbstständig arbeiten zu dürfen. Um sicherzustellen, dass Du diese festgelegten Kenntnisse und Fertigkeiten gelernt und Deine Zeiten erfüllt hast, gibt es mittlerweile ein Logbuch für jede Facharztweiterbildung. Dies findest Du auf den Seiten deiner Landesärztekammer.

Eine Stelle als Weiterbildungsassistent muss angemessen bezahlt werden (keine Hospitationen), und die 60 Monate beziehen sich auf eine Vollzeitstelle. Die Assistenzarztzeit kann auch in Teilzeit abgeleistet werden, dann verlängert sich aber die Weiterbildungszeit entsprechend. Hier gilt: Am besten vorher mit der Klinik und der Landesärztekammer sprechen!

Nach welchen Regeln erfolgt die Weiterbildung?

In Deutschland sind für alle Angelegenheiten der ärztlichen Weiterbildung die Landesärztekammern zuständig. Es existiert zwar eine von der Bundesärztekammer erarbeitete (Muster-) Weiterbildungsordnung, diese hat für die Landesärztekammern jedoch nur empfehlenden Charakter. Die Weiterbildungsordnungen der einzelnen Landesärztekammern können daher voneinander abweichen. Grundsätzlich muss ein Weiterbildungsassistent die Inhalte der WBO jener Landesärztekammer nachweisen, bei welcher er den Antrag auf Zulassung zur Prüfung stellt und deren Kammermitglied er ist.

Was kann mir alles auf den Facharzt Pädiatrie angerechnet werden?

Die notwendige Weiterbildungszeit von 60 Monaten kannst Du sowohl im stationären Bereich als auch im ambulanten oder rehabilitativen Bereich ableisten. Stationär sind von den 60 Monaten mindestens 36 Monate abzuleisten. Pflicht für alle sind außerdem mindestens 6 Monate auf einer Intensivstation. Desweiteren können auch Zeiten in der Kinderchirurgie oder ggf. auch Kinder- und Jugendpsychiatrie angerechnet werden.Da jedoch Bildung Ländersache ist, gelten für jedes Bundesland leicht andere Regelungen für die genauen Zeiten in der Weiterbildungsordnung. Am besten, Du schaust einmal auf der Seite deiner Landesärztekammer unter Weiterbildung nach oder tauschst Dich mit den Kollegen in der Gruppe „Aus- und Weiterbildung“ zum Thema aus.

Wichtig ist vor allem, dass in Deinem Krankenhaus die Voraussetzungen für die Weiterbildung gegeben sind - das heißt einer oder mehrere Deiner Oberärzte die Weiterbildungsbefugnis haben.

Ist eine Weiterbildung auch in Teilzeit möglich?

Ja, jedoch muss die Teilzeittätigkeit mindestens die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit ausmachen. Der Weiterbildungsabschnitt wird zeitanteilig angerechnet (zum Beispiel 12 Monate zu 50 % = 6 Monate), wodurch sich die Weiterbildungszeit entsprechend verlängert. Eine Teilzeittätigkeit muss der Ärztekammer nicht mehr im Vorfeld gemeldet werden, jedoch muss der zeitliche Umfang der Teilzeitbeschäftigung im Zeugnis aufgeführt werden.           

Meine Klinik hat die Weiterbildungsbefugnis für 24 Monate - was heißt das?

Das heißt, dass an Deiner Klinik Fachärzte arbeiten, die Dich ausbilden dürfen, aber egal wie lange du dort arbeiten solltest, insgesamt nur 24 Monate auf Deinen Facharzt Pädiatrie anrechenbar sind. Wichtig auch: Die Weiterbildungsbefugnis wird den Ausbildern zeitlich befristet erteilt! Erkundige Dich also, wann die Befugnis ausläuft und ob bereits eine neue beantragt ist, damit du Deine volle Weiterbildungszeit angerechnet bekommen kannst.

Ist die Weiterbildungsbefugnis an die Klinik oder die Person gebunden?

Die Befugnis, uns auszubilden, ist an die Person gebunden. Das heißt im Klartext: Wenn der einzige Weiterbildungsbefugte die Klinik wechselt, erlischt ab dem Zeitpunkt die Möglichkeit, an Deiner bisherigen Klinik die Facharztweiterbildung angerechnet zu bekommen.

Daher ist es wichtig im Bewerbungsgespräch zu fragen: Wer ist der Weiterbildungsbefugte und wer ist sein Stellvertreter?

Wie wirkt sich z.B. die Elternzeit auf die Weiterbildung aus?

Mit der Elternzeit kann die Erwerbstätigkeit vorrübergehend unterbrochen werden - das heißt die Monate werden nicht auf die Weiterbildung angerechnet. Es besteht Kündigungsschutz (aber Vorsicht: Fristen beachten!) und der Assistenzarzt/die Assistenzärztin hat Anspruch auf Rückkehr nach der Elternzeit. Wichtig ist aber, dass befristete Verträge nicht automatisch durch die Elternzeit verlängert werden. Erkundigt Euch also bei Eurem Arbeitgeber und der Landesärztekammer, ob Euer Vertrag (z.B. nach Wissenschaftszeitvertragsgesetz) auslaufen kann... Mehr Informationen zum Thema findest Du in der Rubrik „Familie und Beruf“.

Weiterbildung im Ausland - geht das?       

Bevor Du als Assistenzarzt Deinen Koffer packst um am anderen Ende der Welt zu praktizieren, solltest du unbedingt die Weiterbildungsabteilung Deiner Landesärztekammer kontaktieren, um die Anrechenbarkeit der im Ausland erworbenen Zeiten abzuklären. Es heißt zwar, dass diese Dir vorher keine definitive Aussage machen werden, aber zumindest eine unverbindliche Einschätzung ist möglich, da sich die Weiterbildungssysteme und Arbeitskonditionen von Ärzten weltweit ja schon gewaltig unterscheiden. Es gibt aber auch beim Dezernat Internationale Angelegenheiten der Bundesärztekammer (https://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/internationales/) bereits einige Informationen für Ärzte, die das Fernweh gepackt hat. Unter anderem findet Ihr dort eine Länderspezifische Liste von Ansprechpartnern in den Zielländern, die man ebenfalls kontaktieren kann, um mehr über die Anrechenbarkeit herauszufinden.

Grundsätzlich gelten auch im Ausland die 3 Regeln: Die Arbeitszeit sollte mindestens 6 Monate betragen, es muss einen befugten Auszubildenden geben und die Arbeit muss angemessen bezahlt sein.

Text: Nora Karara und Mascha Schönfeld, AG Junge DGKJ